Recherche- und Arbeits­sti­pen­dien Bildende Kunst der Stadt Köln 2022

Die Stipen­dien werden alters­un­ab­hängig ausge­schrieben und richten sich an profes­sio­nell arbei­tende Kölner Künstler*innen sowie Kurator*innen. Die mit Mitteln der Stadt Köln ausge­stat­teten Stipen­dien sollen ermög­li­chen, im Förder­zeit­raum ohne finan­zi­ellen Druck zu arbeiten und ein einge­reichtes Projekt­vor­haben umzusetzen.


Das Konzept wurde 2019 vom Kulturamt und dem Kultur­werk des BBK – in Abstim­mung mit dem Netzwerk AIC und der Kölner Kultur­po­litik – entwi­ckelt. Auf Beschluss des Kölner Rates organi­siert das Kultur­werk des BBK Köln e.V. – nach 2019 und 2020 – die Ausschrei­bung und Vergabe der Stipen­dien auch für 2021 – 2023.


Ausführ­liche Infor­ma­tionen finden Sie unter www​.recher​ches​ti​pen​dien​-koeln​.de

Zweck der Förde­rung
Eine künstlerische/kuratorische Entwick­lung setzt insbe­son­dere die Erschlie­ßung neuer eigener Ideen und Ansätze voraus. Aus diesem Grund soll den Stipendiat*innen die Möglich­keit zur Durch­füh­rung selbst gewählter Recherche- und Arbeits­vor­haben gegeben werden wie z.B. die Recherche oder Vorar­beit an einem bestimmten Thema, die Entwick­lung von Projekten, das Erschlie­ßung neuer/anderer Arbeits­tech­niken oder die Fortfüh­rung bzw. Vollendung bestimmter Arbeiten.

Umfang der Förde­rung
Die 15 Recherche- und Arbeits­sti­pen­dien sind mit je 5.000 € dotiert und werden in zwei Raten von je 2.500 € ausgezahlt.

Vorrau­set­zungen
Die Stipen­dien sind für die künstlerische/kuratorische Entwick­lung von profes­sio­nell arbei­tenden Künstlerinnen, Kuratorinnen oder künst­le­ri­schen oder kurato­ri­schen Gruppen im Bereich der visuellen Künste in Köln bestimmt, die sich durch ihre Arbeit ausge­wiesen haben. Bewer­be­rinnen müssen eine künst­le­ri­sche Ausbil­dung abgeschlossen haben und/oder eine mehrjäh­rige profes­sio­nelle künstlerische/kuratorische Tätig­keit in ihrem Fachge­biet nachweisen können. Krite­rien für die Stipen­di­en­ver­gabe sind die Qualität bishe­riger künst­le­ri­scher bzw. kurato­ri­scher Arbeiten und die Qualität des Recherche-/Arbeitsvorhabens. Eine Bewer­bung kann jährlich statt­finden, eine Förde­rung aber nur alle zwei Jahre. Ausschluss­kri­te­rien für den Erhalt eines Stipen­diums ist ein städti­sches Stipen­dium oder eine Projekt­för­de­rung der Stadt Köln im jewei­ligen Förder­jahr. Bewer­be­rinnen müssen in Köln leben und arbeiten. Im Falle von Gruppen sollte die Mehrheit der Gruppen­mit­glieder in Köln leben und arbeiten.
Bewerber*innen sind zum Zeitpunkt der Antrag­stel­lung an keiner Hochschule immatri­ku­liert. Jurymit­glieder und deren Angehö­rige sind von der Antrag­stel­lung ausgeschlossen.

Jury
Über die Stipen­di­en­ver­gabe entscheidet die Jury. Diese hat fünf Mitglieder, die sich aus mindes­tens zwei Künstler*innen sowie Kunsthistoriker*innen und Kurator*innen zusam­men­setzt. Die Mitglieder der Jury sind ausschließ­lich Sachverständige/Fachexperten, von denen drei Jurymit­glieder zur Vermei­dung von Befan­gen­heit nicht aus Köln kommen sollen.
Die Entschei­dung der Jury kann nicht angefochten werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Antrags­stel­lung
Die Bewer­bung erfolgt ausschließ­lich digital mittels des Online-Formulars, dass unter
www​.recher​ches​ti​pen​dien​-koeln​.de in deutscher und engli­scher Sprache zu finden ist.
Elemente der Bewer­bung sind:
• Anschreiben mit Namen, Adresse, Telefon­nummer und Email­adresse (max. 1 Seite)
• Projekt­be­schrei­bung (max. 1 Seite)
• Portfolio bzw. Dokumentations-/Informationsmaterial über die bishe­rige künst­le­risch oder kurato­ri­sche Arbeit, max. 10 Seiten
• Künst­le­ri­scher Lebens­lauf, max. 2 Seiten
• Kopie des Perso­nal­aus­weises (beide Seiten) oder Kopie der Melde­be­stä­ti­gung des Einwoh­ner­mel­de­amtes oder Kopie des Aufent­halts­stem­pels im Pass bei in Köln lebenden Nicht-EU-Bürger*innen.

Abschluss des Stipen­diums
Jedes Stipen­dium muss mit einem Bericht über die Recherche- und Arbeits­er­geb­nisse abgeschlossen werden. Dieser muss spätes­tens einen Monat nach Ende des Förder­zeit­raums (Förder­zeit­raum: November 2021 – Februar 2022) in digitaler Form einge­reicht werden (max. 2 Seiten, PDF, 2 MB). Die Ergeb­nisse des Stipen­diums sollen während einer anschlie­ßenden Abschluss­ver­an­stal­tung in der Temporary Gallery vorge­stellt und disku­tiert werden. Projekte, die im Ausschrei­bungs­jahr pande­mie­be­dingt nicht reali­siert werden können, sollen auf der Abschluss­ver­an­stal­tung der nächsten Ausschrei­bungs­runde präsen­tiert werden.
Die Abschluss­ver­an­stal­tungen dienen der weiteren Vernet­zung und dem fachli­chen Austausch untereinander.

Kontakt
Kultur­werk des BBK Köln e.V., Mathi­asstr. 15, 50676 Köln
Ansprech­part­nerin: Petra Gieler, E‑Mail Adresse: stipendien@​bbk-​koeln.​de
In Abstim­mung mit und geför­dert durch das Kulturamt der Stadt Köln

Zusam­men­fas­sung
Bezeich­nung: Recherche- und Arbeits­sti­pen­dien Bildende Kunst der Stadt Köln
Zielgruppe: profes­sio­nelle Kölner Künstlerinnen und Kuratorinnen
Förder­maß­nahme: Arbeits­sti­pen­dium
Alters­be­schrän­kung: keine
Vergabe: jährlich
Reich­weite: Köln
Bewer­bungs­ver­fahren: offene Ausschrei­bung
Bewer­bung: ausschließ­lich per Online-Formular unter www​.recher​ches​ti​pen​dien​-koeln​.de

NK Doege — LOVE ME TENDER

Eröff­nung: Donnerstag, 19.5.22, 19 Uhr

Laufzeit: 19.5. – 16.6.22

NK Doege — LOVE ME TENDER

Das Konzept des Ausstel­lungs­vor­ha­bens LOVE ME TENDER basiert auf Werken der letzten 2 Jahre.
Die ausge­suchten künst­le­ri­schen Wandar­beiten beschäf­tigen sich allesamt mit der Symbiose aus “Abfall­pro­dukt” und neuerem Material, wie beispiels­weise Ölfarbe oder Pigment.
Zudem spielen die unter­schied­lich zusam­meng­fügten Materia­lien auch mit der Koope­ra­tion zwischen Malerei und Skulptur, Gegen­sätze werden mitein­ander versöhnt: Alt und neu, hart und weich, einfach und komplex. Der Titel deutet nicht nur auf die Behut­sam­keit mit der die Materia­lien behan­delt wurden sondern eben auch auf die immer­wie­der­keh­rende Akzep­tanz des jeweils Anderen.

insta: nk._doege

Chris­toph Kilian — Dem Grund so nah

Am Ziel einer unmit­telbar bevor­ste­henden Reise wird Chris­toph Kilian eine elektro­ni­sche Flaschen­post in die Mitte des Bermu­da­drei­ecks werfen. An Bord eines Fracht­schiffs wird die Fahrt diesseits des Atlan­tiks beginnen. Dem offenen Meer ausge­setzt, soll es fortan das stete Ziel der Flaschen­post sein, zu ihrem Abwurfort zurück­zu­kehren. In Verhei­ßung der Reise zeigt sich in der Ausstel­lung ein Negativ­raum, dem sich das Narrativ der Entste­hung einer Flasche entnehmen lässt. Ein Vexier­bild ihrer Schöp­fung, gewährt die trans­pa­rente Gießform tiefe Einblicke — viel mehr in das mythi­sche Wesen der Erzäh­lung, denn in die Herstel­lung eines Hohlkörpers.

Chris­toph Kilian, *1983, studierte Medien­kunst an der Bauhaus-Universität Weimar sowie an der Kunst­hoch­schule für Medien Köln. Er lebt zwischen Köln, Salzburg und Los Angeles, wo er 2014 ein Gaststu­dium am Art Center College of Design absol­vierte sowie seit 2020 Artist-in-Residence am UCLA Art|Sci Center ist. Im medien­über­grei­fenden Spiel und Wider­streit mit Technik konstru­iert er Maschi­nen­mär­chen, die — oft an der Schwelle zur Vergeb­lich­keit — dem Magischen nachspüren. 2017 reali­sierte er das Projekt If you touch me, you'll under­stand what happi­ness is (Goethe-Institut Los Angeles) für welches er im Austausch mit Experten für experi­men­telle Schnee­physik einen künst­li­chen Schnee­kris­tall erzeugte und diesen aus einer von einem Wetter­ballon getra­genen Kühlkammer im Himmel über dem Mount Holly­wood freisetzte. Derzeit arbeitet er an einer elektro­ni­schen Flaschen­post, welche er im Sommer 2022 im Zuge einer Fracht­schif­freise im Bermu­da­dreieck auswerfen wird. Der Einzel­aus­stel­lung im Raum Matjö des BBK Köln folgt im Herbst 2022 eine weitere im Art|Sci Center der UCLA. Chris­toph Kilian ist Mitglied des inter­dis­zi­pli­nären Netzwerks Water­bo­dies, welches künst­le­ri­sche, wissen­schaft­liche und anthro­po­lo­gi­sche Zugänge zu Wasser und dessen Bedeu­tung als ein das Schicksal der Mensch­heit reflek­tie­rendes Element zusammenträgt. 


At the desti­na­tion of an imminent voyage, Chris­toph Kilian will drop an electronic message in a bottle into the middle of the Bermuda Triangle. On board a cargo ship, the journey will begin on this side of the Atlantic. Exposed to the open sea, it shall hence­forth be the constant goal of the message in a bottle to return to its place of depar­ture. In antici­pa­tion of the voyage, the exhibi­tion presents a negative space from which the narra­tive of the creation of a bottle can be taken. A conundrum of its creation, the trans­pa­rent casting mold grants deep insights — much more into the mythical essence of the narra­tive than into the produc­tion of a hollow body.

Chris­toph Kilian, *1983, studied media art at the Bauhaus Univer­sity Weimar and the Academy of Media Arts Cologne. He lives between Cologne, Salzburg and Los Angeles, where he completed a guest study program at the Art Center College of Design in 2014 and has been artist-in-residence at the UCLA Art|Sci Center since 2020. In a cross-media play and clash with techno­logy, he constructs machine fairy tales that — often on the verge of futility — trace the magical. In 2017 he realized the project If you touch me, you'll under­stand what happi­ness is (Goethe-Institut Los Angeles) for which he created an artifi­cial snow crystal in exchange with experts in experi­mental snow physics, which he released from cooling chamber carried aloft by a weather balloon into the sky above Mount Holly­wood. He is currently working on an electronic message in a bottle, which he will launch in the Bermuda Triangle during a cargo ship voyage in the summer of 2022. The solo exhibi­tion at BBK Cologne's Matjö space will be followed by another at UCLA's Art|Sci Center in fall 2022. Chris­toph Kilian is a member of the inter­di­sci­pli­nary network Water­bo­dies, which brings together artistic, scien­tific and anthro­po­lo­gical approa­ches to water and its signi­fi­cance as an element reflec­ting the fate of humanity.

Geför­dert durch:

Heidi Pfohl — #digital­cap­turesofa­na­lo­gue­ca­meras f/2

Am 30.03.22 um 19 Uhr möchten wir Sie im Rahmen der Ausstel­lung #digital­cap­turesofa­na­lo­gue­ca­meras f/2 zu "Die Appara­tive Stimme — Eine Lecture Perfor­mance über Optik und Akustik der Fotoka­mera"  mit Heidi Pfohl und Jan Torge Claussen einladen !

Eröff­nung: Donnerstag, 10.03.22, 19 Uhr

Laufzeit: 10.3. – 07.04.22

Heidi Pfohl – #digital­cap­turesofa­na­lo­gue­ca­meras f/2

Die Ausstel­lung #digital­cap­turesofa­na­lo­gue­ca­meras f/2 zeigt das seit 2019 laufende Instagram-Projekt der Künst­lerin Heidi Pfohl. Analoge Kameras erhalten hier wöchent­lich eine Bühne ihrer eigenen Reprä­sen­ta­tion, zeigen sich als sachlich portrai­tierte Objekte, die dem Prinzip der Fronta­lität folgen. 

Die Hashtags geben dabei genaue Infor­ma­tionen zu Kamera, Hersteller, Produk­ti­ons­jahr, Aufnah­me­format und Gewicht. Dadurch bildet sich ein Archiv analoger Apparate, die in den Zeiten digitaler Fotografie in Verges­sen­heit geraten sind, jeden Dienstag jedoch mit einem neuen Instagram-Post in Erinne­rung gerufen werden. Zeigen sich die Kameras dort nur für einen kurzen Moment, bevor sie in der Menge fotogra­fi­scher Bilder wieder verschwinden – so bleiben sie im Ausstel­lungs­raum als sicht­bare Archi­vare erhalten und bilden neben dem Spiegel­bild ihrer eigenen Reprä­sen­ta­tion, die Masse des Instagram-Feeds ab. Auch hier wandert der Blick von oben nach unten, bleibt gelegent­lich bei einer Kamera stehen und flaniert dann weiter… 

Das Projekt #digital­cap­turesofa­na­lo­gue­ca­meras von @heidipfohl wird jeden Dienstag um eine Kamera erwei­tert. Die Ausstel­lung auch. 

Fotos : Copyright Fabian Hochscheid

Rückblick auf 2021 — Matjö Jahresheft

Das Ausstel­lungs­pro­gramm des Matjö – Raum für Kunst gestaltet sich durch die Vorhaben, die jeden Herbst über unseren Open Call einge­sendet und durch den Vorstand des BBK Köln ausge­wählt werden. Abseits von der Zusam­men­stel­lung des Programms wird den ausstel­lenden Künstler*innen freie Hand in der Umset­zung gelassen, um den Raum als die experi­men­telle Freifläche zu gestalten, die er als unabhän­giger Ausstel­lungsort sein soll.

Das Jahres­pro­gramm des Matjö setzte sich im Jahr 2021 aus folgenden Ausstel­lungen zusammen :

TRABANT (Fernweh) – Martina Muck, 21.1. – 18.2.21

CYTTER – Chris­tian Doeller, 25.2. – 25.3.21

CROLLO DI FORMA – Kriz Olbricht, 1.4 – 22.4.21

Domestic Concerns – Aram Lee & Rosa Johanna, 29.4 – 14.5.21

1:1 – Javier Klaus Gastelum & Ann-Kathrin Müller, 20.5 – 10.6.21

Resonanz­boden – Aino Nebel & Tomasz Niedziółka, 17.6. – 8.7.21

sew up times – Kurato­ri­sches Projekt von Julia Katha­rina Thiemann, 15.7 – 5.8.21

Tropical Depres­sions – Juan Blanco: 12.8. – 9.9.21

konstruk­tem­pa­thie — Eva-Maria Kollischan: 16.9. – 7.10.21

Achtung schwarzes Loch! — Marc Duveneck: 14.10. – 4.11.21

FOUND — Andreas Keil: 11.11. – 2.12.21

Kalter Kafka — Oliver Schuß: 9.12. – 27.1. 2022


Unser Jahres­heft mit Texten und Bildern zu allen Ausstel­lungen 2021 ist hier als PDF zu finden, oder vor Ort bei uns in gedruckter Form kostenlos zu erwerben.


Beitrags­bild : Ausstel­lungs­an­sicht der Ausstel­lung konstruk­tem­pa­thie von Eva-Maria Kollischan 

Recherche- und Arbeits­sti­pen­dien Köln 2021

Die Jury wählte folgende vierzehn Stipendiat*innen aus dem künst­le­ri­schen und eine aus dem kurato­ri­schen Bereich aus:

Ute Behrend, Frauke Dannert, Omar El Lahib, Bastian Hoffmann, Andreas Keil, Julia König, Aino Nebel, Ulf Neumann, Oleksandra Nikitina, Nils Peter, Stefanie Pluta, Peter Schloss, Franca Scholz, Paulina Seyfried (Kuratorin) und Svenja Wichmann.


Die Jurorinnen und Juroren waren in diesem Jahr:

-Florian Dedek, Künstler, Köln

-Kris Dittel, Kuratorin, Rotterdam

-Michael Krajewski, Kurator, Kunst­his­to­riker, Köln 

-Anys Reimann, Künst­lerin, Düsseldorf 

-Aneta Rostkowska, Direk­torin Temporary Gallery, Köln (Vorsitz)

Die Stipen­dien werden alters­un­ab­hängig ausge­schrieben und richten sich an profes­sio­nell arbei­tende Kölner Künstler*innen sowie Kurator*innen. Die mit Mitteln der Stadt Köln ausge­stat­teten Stipen­dien sollen ermög­li­chen, im Förder­zeit­raum ohne finan­zi­ellen Druck zu arbeiten und ein einge­reichtes Projekt­vor­haben umzusetzen.


Das Konzept wurde 2019 vom Kulturamt und dem Kultur­werk des BBK – in Abstim­mung mit dem Netzwerk AIC und der Kölner Kultur­po­litik – entwi­ckelt. Auf Beschluss des Kölner Rates organi­siert das Kultur­werk des BBK Köln e.V. – nach 2019 und 2020 – die Ausschrei­bung und Vergabe der Stipen­dien auch für 2021 – 2023.


Ausführ­liche Infor­ma­tionen finden Sie unter www​.recher​ches​ti​pen​dien​-koeln​.de

Zweck der Förde­rung
Eine künstlerische/kuratorische Entwick­lung setzt insbe­son­dere die Erschlie­ßung neuer eigener Ideen und Ansätze voraus. Aus diesem Grund soll den Stipendiat*innen die Möglich­keit zur Durch­füh­rung selbst gewählter Recherche- und Arbeits­vor­haben gegeben werden wie z.B. die Recherche oder Vorar­beit an einem bestimmten Thema, die Entwick­lung von Projekten, das Erschlie­ßung neuer/anderer Arbeits­tech­niken oder die Fortfüh­rung bzw. Vollendung bestimmter Arbeiten.

Umfang der Förde­rung
Die 15 Recherche- und Arbeits­sti­pen­dien sind mit je 5.000 € dotiert und werden in zwei Raten von je 2.500 € ausgezahlt.

Vorrau­set­zungen
Die Stipen­dien sind für die künstlerische/kuratorische Entwick­lung von profes­sio­nell arbei­tenden Künstlerinnen, Kuratorinnen oder künst­le­ri­schen oder kurato­ri­schen Gruppen im Bereich der visuellen Künste in Köln bestimmt, die sich durch ihre Arbeit ausge­wiesen haben. Bewer­be­rinnen müssen eine künst­le­ri­sche Ausbil­dung abgeschlossen haben und/oder eine mehrjäh­rige profes­sio­nelle künstlerische/kuratorische Tätig­keit in ihrem Fachge­biet nachweisen können. Krite­rien für die Stipen­di­en­ver­gabe sind die Qualität bishe­riger künst­le­ri­scher bzw. kurato­ri­scher Arbeiten und die Qualität des Recherche-/Arbeitsvorhabens. Eine Bewer­bung kann jährlich statt­finden, eine Förde­rung aber nur alle zwei Jahre. Ausschluss­kri­te­rien für den Erhalt eines Stipen­diums ist ein städti­sches Stipen­dium oder eine Projekt­för­de­rung der Stadt Köln im jewei­ligen Förder­jahr. Bewer­be­rinnen müssen in Köln leben und arbeiten. Im Falle von Gruppen sollte die Mehrheit der Gruppen­mit­glieder in Köln leben und arbeiten.
Bewerber*innen sind zum Zeitpunkt der Antrag­stel­lung an keiner Hochschule immatri­ku­liert. Jurymit­glieder und deren Angehö­rige sind von der Antrag­stel­lung ausgeschlossen.

Jury
Über die Stipen­di­en­ver­gabe entscheidet die Jury. Diese hat fünf Mitglieder, die sich aus mindes­tens zwei Künstler*innen sowie Kunsthistoriker*innen und Kurator*innen zusam­men­setzt. Die Mitglieder der Jury sind ausschließ­lich Sachverständige/Fachexperten, von denen drei Jurymit­glieder zur Vermei­dung von Befan­gen­heit nicht aus Köln kommen sollen.
Die Entschei­dung der Jury kann nicht angefochten werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Antrags­stel­lung
Die Bewer­bung erfolgt ausschließ­lich digital mittels des Online-Formulars, dass unter
www​.recher​ches​ti​pen​dien​-koeln​.de in deutscher und engli­scher Sprache zu finden ist.
Elemente der Bewer­bung sind:
• Anschreiben mit Namen, Adresse, Telefon­nummer und Email­adresse (max. 1 Seite)
• Projekt­be­schrei­bung (max. 1 Seite)
• Portfolio bzw. Dokumentations-/Informationsmaterial über die bishe­rige künst­le­risch oder kurato­ri­sche Arbeit, max. 10 Seiten
• Künst­le­ri­scher Lebens­lauf, max. 2 Seiten
• Kopie des Perso­nal­aus­weises (beide Seiten) oder Kopie der Melde­be­stä­ti­gung des Einwoh­ner­mel­de­amtes oder Kopie des Aufent­halts­stem­pels im Pass bei in Köln lebenden Nicht-EU-Bürger*innen.

Abschluss des Stipen­diums
Jedes Stipen­dium muss mit einem Bericht über die Recherche- und Arbeits­er­geb­nisse abgeschlossen werden. Dieser muss spätes­tens einen Monat nach Ende des Förder­zeit­raums (Förder­zeit­raum: November 2021 – Februar 2022) in digitaler Form einge­reicht werden (max. 2 Seiten, PDF, 2 MB). Die Ergeb­nisse des Stipen­diums sollen während einer anschlie­ßenden Abschluss­ver­an­stal­tung in der Temporary Gallery vorge­stellt und disku­tiert werden. Projekte, die im Ausschrei­bungs­jahr pande­mie­be­dingt nicht reali­siert werden können, sollen auf der Abschluss­ver­an­stal­tung der nächsten Ausschrei­bungs­runde präsen­tiert werden.
Die Abschluss­ver­an­stal­tungen dienen der weiteren Vernet­zung und dem fachli­chen Austausch untereinander.

Kontakt
Kultur­werk des BBK Köln e.V., Mathi­asstr. 15, 50676 Köln
Ansprech­part­nerin: Petra Gieler, E‑Mail Adresse: stipendien@​bbk-​koeln.​de
In Abstim­mung mit und geför­dert durch das Kulturamt der Stadt Köln

Zusam­men­fas­sung
Bezeich­nung: Recherche- und Arbeits­sti­pen­dien Bildende Kunst der Stadt Köln
Zielgruppe: profes­sio­nelle Kölner Künstlerinnen und Kuratorinnen
Förder­maß­nahme: Arbeits­sti­pen­dium
Alters­be­schrän­kung: keine
Vergabe: jährlich
Reich­weite: Köln
Bewer­bungs­ver­fahren: offene Ausschrei­bung
Bewer­bung: ausschließ­lich per Online-Formular unter www​.recher​ches​ti​pen​dien​-koeln​.de

Руфина Базлова/Rufina Bazlova & ვაჟიკო ჩაჩხიანი/Vajiko Chachkhiani – sew up times

Die Ausstel­lung „sew up times“ präsen­tiert unter­schied­liche künst­le­ri­sche Strate­gien des Umgangs mit Geschichte und Geschichten sowie ihren sozio­po­li­ti­schen Auswir­kungen in Arbeiten von Rufina Bazlova (*1990) und Vajiko Chachkhiani (*1985). Dabei gehen sie direkt und indirekt auf aktuelle politi­sche und soziale Bedin­gungen ihrer Herkunfts­länder Belarus und Georgien ein, für die sie eindrück­liche ästhe­ti­sche Formen finden.

So trans­for­miert die belarus­si­sche Künst­lerin Rufina Bazlova tages­po­li­ti­sche Gescheh­nisse in Belarus in Sticke­reien des tradi­tio­nellen Vyschyvanka-Stils. Die mit rotem Faden handge­stickten Bilder vermit­teln dabei reale Infor­ma­tionen und Begeben­heiten des Belarus-Konfliktes um die Präsi­dent­schafts­wahlen und Proteste gegen das Vorgehen amtie­render Vertreter des Systems, sowie Symbo­liken und Atmosphären des Volks­auf­standes auf künst­le­ri­sche Weise.

In den einzelnen Sticke­reien sind unschwer verschie­dene ikoni­sche Szenen der Proteste zu erkennen. Ihre gestickten Szenen beziehen sich auf reale Begeben­heiten und knüpfen somit an die Tradi­tion der Stick­kunst an, mit der weißrus­si­sche Frauen, die oftmals weder lesen noch schreiben konnten, ihr Leben festhielten und Infor­ma­tionen weiter­gaben. Nun schreibt Rufina Bazlova die politi­schen Ereig­nisse um die Wahlen in Belarus auf ihre Weise im Code der Volks­sti­ckerei ästhe­tisch nieder und erschafft hierdurch eindrück­liche künst­le­ri­sche Arbeiten.

Auch der georgi­sche Künstler Vajiko Chachkhiani (*1985) beschäf­tigt sich in seinen Arbeiten mit existen­zi­ellen Fragen unseres Lebens, die sowohl politisch wie auch persön­lich geprägt sind und weitrei­chende Auswir­kungen haben können. In seinem eindrück­li­chen wie auch poeti­schen Film „Winter which was not there“ (2017) wird gezeigt, wie ein Mann die Bergung einer Beton­skulptur aus dem Meer beobachtet. Die Statue sieht ihm erstaun­lich ähnlich. Daraufhin befes­tigt der Protago­nist das steinerne Abbild an seinem Auto und schleift das aus dem Wasser gebor­gene Ebenbild durch eine karge Landschaft hinter sich her, bis die Figur nach und nach zerbrö­selt und die zuvor aus dem Wasser geret­tete Skulptur hierbei zerstört wird.

Während Chachkhianis Film einer­seits als Metapher eines Versuchs der Befreiung von der eigenen, indivi­du­ellen Geschichte gelesen werden kann, so spielt er anderer­seits auch gekonnt mit der Rolle von Stand­bil­dern und Statuen im öffent­li­chen Raum, sowie ihrer mutwil­ligen Zerstö­rung, klima­ti­schen Verwit­te­rung oder gar einem Bilder­sturm des Sturzes öffent­li­cher und oftmals politisch motivierter Überhö­hungen Einzelner.

Hierbei kann seine filmi­sche Arbeit mit Blick auf die aktuelle sozio­po­li­ti­sche Situa­tion seines Heimat­landes Georgien verstanden werden. Indirekt thema­ti­siert Vajiko Chachkhianis die histo­ri­sche Entwick­lung Georgiens, das im Jahr 1991 nach langem Prozess die Unabhän­gig­keit von der Sowjet­union erlangte. Nicht zufällig erinnert die Beton­skulptur in Chachkhianis filmi­schem Werk an sowje­ti­sche Monumente und Herrscherstandbilder.

Der Künstler zeigt in seinem Film eindrück­lich auf, wie scheinbar vergan­gene Geschichte(n) und histo­ri­sche Ereig­nisse das Leben und Denken vieler Menschen insbe­son­dere in oftmals armen, postso­wje­ti­schen Gegenden noch immer prägen. Dabei tragen die Mehrdeu­tig­keit des Filmes und der langsame Prozess der Zerset­zung des mensch­li­chen Abbildes zur beson­deren Stärke seiner Arbeit bei, die vielschich­tige Lesarten eröffnet.

Rufina Bazlova, geboren 1990 in Belarus, lebt und arbeitet in Prag in Tschechien.

Vajiko Chachkhiani, geboren 1985 in Tiflis in Georgien, lebt und arbeitet in Tiflis und Berlin.

Kuratiert von Julia Katha­rina Thiemann

Juan Blanco – Tropical Depression

Tropical Depres­sion ist eine Instal­la­tion mit einer Reihe von Experi­menten die versu­chen, über den Blick auf Bilder und die Fluktua­tion von diesen verschie­dene Kommunikations-Metasprachen zu reflek­tieren. Durch die Sezie­rung von Momenten eines meteo­ro­lo­gi­schen Phäno­mens wird aufge­zeigt, wie wir Natur und Landschaft beobachten und wie sie durch unseren Blick konstru­iert wird.

In unter­schied­li­cher Weise finden sich in der Ausstel­lung sowohl gemalte als auch aus marmo­rierter Folie bestehende Kreis­dia­gramme. In einer Fotomon­tage aus Partei­sym­bolen, Wappen und Flaggen kommen Fragen nach affek­tiven, beinahe fetischi­sierten Bezie­hungen des Menschen zu symbo­li­scher Komple­xi­täts­re­du­zie­rung auf. 

Die »geschich­teten« Malereien der Ausstel­lung, in denen über einem figura­tiven Hinter­grund verschie­dene Schichten abstrakter Symbo­li­sie­rung liegen, betonen die Eigen­stän­dig­keit des Visuellen gegen­über sprach­li­cher Vermittlung.

Trotz der Unent­rinn­bar­keit symbo­li­scher Codie­rungen zielt Juan Blancos bestän­dige Diskus­sion über diese hinaus. 

juanmblanco​.com

Offene Ateliers 2021

Auch dieses Jahr öffnen Bildende Künstler*innen in Köln im Rahmen der Offenen Ateliers ihre Ateliers für Gäste. Dies soll Austausch, Gespräche und spannende Einblicke in die Entste­hungs­pro­zesse künst­le­ri­scher Arbeiten ermög­li­chen und zeigt die Mannig­fal­tig­keit der Kölner Kunstszene. 

Thema dieses Jahres ist: "Abbil­dende Malerei" (gegen­ständ­lich, surreal, z.B. Landschaft, Portrait). 

Die Termine dieses Jahr sind

Links­rhei­nisch Nord: 10.9.21 – 12.9.21

Links­rhei­nisch Süd: 17.9.21 – 19.9.21

Rechts­rhei­nisch: 24.9.21 – 26.9.21

Alle Anmel­dungen und weitere Infor­ma­tionen zu den Teilneh­menden sind auf der Website der offenen Ateliers zu finden. 

Wir freuen uns auf Sie! Foto: Atelier von Sergej Sologub

Werbe­ma­te­rial zu den Offenen Ateliers (Broschüren, Postkarten und Poster) können zu den Öffnungs­zeiten des Matjö abgeholt werden.

Hier kann das Poster als PDF herun­ter­ge­laden werden:

Bilder des 1. Wochen­ende, fotogra­fiert von Fabian Hochscheid

Aino Nebel & Tomasz Niedziółka – Resonanzboden

Was man in Köln, aus dem Osten kommend, vermisst, sind Fußböden aus Holz.

Die hier – wie im Matjö –  vorhan­denen Kachel­böden sind hart, kalt und tonlos. Ein Holzboden dagegen schwingt, knarrt, nimmt einen auf.

Um uns zu verorten, werden wir im Matjö einen Holzboden einbauen.

Der Boden wird nicht den ganzen Raum ausfüllen, sondern nur als Fragment oder Zitat in Erscheinumg treten. Auf diese Weise wird der Boden zu einer Art Floß, einer Insel, und die ursprüng­liche Idee eines Bodens – Festig­keit, Ortsge­bun­den­heit –kippt. Durch den Hohlraum wird der Boden auch zum Resonanz­körper. Jeder Schritt darauf  wird reflek­tiert, man hört sich gehen, spürt sich selbst. Das ist der Ausgangs­punkt für alles Weitere. Der Boden bildet die Basis, ermög­licht Ideen, ist buchstäb­lich Ausgangs­punkt für die nächsten Schritte.

http://​www​.ainonebel​.de/ http://​tomas​z​nied​ziolka​.com/

© Fabian Hochscheid

Aram Lee & Rosa Johanna — Domestic Concerns

For this duo exhibi­tion Aram Lee (NL / KOR) and Rosa Johanna (NL) colla­bo­rated in a project called “Domestic Concerns“, which started with resear­ching about the collapse of the building holding the “Histo­ri­sches Archiv der Stadt Köln” in 2009. 

Two thirds of the archival material did survive the collapse of the building, however more than 30km of archival material was inacces­sible after the collapse. Local commu­nities have been highly involved and concerned about the conse-quences of the collapse. 

Indepen­dent groups of artists, archi­tects, authors, committed citizens and local initia­tives have been making an effort to find ways to make the former site to a space of collec­tive memory. With much archival material being destroyed or inacces­sible, the world famous archive building in the Severin­straße by archi­tect Fritz Hafer­kamp had a special photo cellar that securely saved parti­cular photo material. Together with the fire brigade, the “Histo­ri­sches Archiv der Stadt Köln” was able to rescue this archival material from the special photo cellar. After an inten­sive corre­spon­dence with the Histo­ri­sches Archiv der Stadt Köln, five survi­ving images from the photo cellar were digitally sent to Aram Lee and Rosa Johanna. 

These 5 images are photo­graphs of a sculp­ture in the Rhein­park, Cologne, titled “Huise­lijke Zorgen” (Domestic Concerns) by the Dutch artist Rik Wouters. The sculp­ture is a woman figure with crossed arms, head slightly bent forward, thoughtful. The project traces a histo­rical passage of the statue’s inter­me­diate presence in the Rhein­park since 1957 and in the archive. The images of the statue survived the 2009 disaster in the photo cellar and were rescued and cared for by archi­vists. The material reality of the statue and its image have been inter­woven with an ongoing layered contem­porary (hi)story. 

In the exhibi­tion ‘Domestic Concerns’ histo­rical sequences of the archival object are shaped as a cinema­to­gra­phic concep­tion an associa­tive movement, contem­plated image essay by 270 moving sequence shots as score, as perfor­mance, gradu­ally connected, allowing issues of the collapse of collec­tive memories and archival image’s media­tions, an engage­ment of elabo­ra­ting, constel­la­ting images of place and time like a daydream. 

The separ­ately printed sequen­tial images include 3 layers of red, blue and green riso colors. The layers allow to recon­struct time and space in an open duration. The edited sequen­tial images consti­tute a film sequence, it generates the shaken movement of the statue and the landscape.

By trans­fer­ring the archival images into cinematic spaces and into the present time, the images become a perfor­mance of histo­ries and of tangible social memories. What forms of remem­brance are needed in today‘s Cologne after the archive‘s collapse? How can we imagine the shape of collec­tive memories together in a process of remem­be­ring, forget­ting or caring? 

The repro­duc­tion and publi­ca­tion of this archival material is permitted by the Histo­ri­sche Archiv der Stadt Köln. All material is protected under copyright by the City of Cologne.

The exhibi­tion is kindly supported by Mondriaan Fund

Javier Klaus Gastelum & Ann-Kathrin Müller – 1:1

Das Verhältnis zwischen Raum und Bild bildet den Ausgangs­punkt der Ausstel­lung 1:1 im Matjoe, Raum für Kunst. Während Javier Klaus Gastelum den Ausstel­lungs­raum zum Ausgangs­punkt nimmt, um über die räumli­chen und archi­tek­to­ni­schen Bedin­gungen des Ausstel­lens zu reflek­tieren, ist es bei Ann-Kathrin Müller das fotogra­fi­sche Bild, durch welches das Verhältnis zwischen dem was wir sehen und dem umgebenden, gebauten Raum auf die Probe gestellt wird. Im Zusam­men­spiel der beiden Arbeiten eröffnet sich ein Diskurs um die Rezeptions- und Reprä­sen­ta­ti­ons­be­din­gungen fotogra­fi­scher Bilder sowie um die räumli­chen und archi­tek­to­ni­schen Zusam­men­hänge des Ausstel­lens selbst.

Arbeiten von Javier Klaus Gastelum waren zuletzt unter anderem in der Baumwoll­spin­nerei Leipzig, im Kunst­haus Essen, Museum Folkwang UG und im Akku Stutt­gart zu sehen. Er studierte an der Folkwang Univer­sität der Künste, Essen und ist Meister­schüler bei Ricarda Roggan an der Staat­li­chen Akademie der Bildenden Künste in Stutt­gart. Ann-Kathrin Müllers Arbeiten wurden unter anderem im Kunst­mu­seum Stutt­gart, in der Staat­li­chen Kunst­halle Baden-Baden und im EIGEN+ART Lab Berlin ausge­stellt. Sie studierte an der Staat­li­chen Akademie der Bildenden Künste Stutt­gart und war Meister­schü­lerin bei Ricarda Roggan

Der Besuch der Ausstel­lung ist nach vorhe­riger Termin­bu­chung wieder möglich!

Laufzeit: 20.5 – 10.6.21

Kriz Olbricht — CROLLO DI FORMA

CROLLO DI FORMA, wörtlich übersetzt mit Zusam­men­bruch der Form, weckt Assozia­tionen an Raum und Leere. Leere meint hier vor allem die Erinne­rung an etwas Dagewe­senes. Den Resonanz­raum, den ein Objekt hinter­lässt, nachdem es entfernt wurde, oder eine Person, nachdem sie gegangen ist. 
Raum und Leere greifen das Werk von Olbricht universal. Seine Setzungen, seien sie trans­por­tabel oder in situ, kommen mit wenigen Materia­lien und formalen Mitteln aus. Seine Formen verlangen nach einer Entspre­chung, nach einem Äquiva­lent im Raum. Sei es sich auf eine andere Form oder Person bezie­hend, oder sich ins Verhältnis zu räumli­chen Dimen­sionen verhal­tend. Olbricht verhan­delt somit einen komplexen, dialo­gi­schen Prozess, an dem wir als Betrachter*innen visuell und körper­lich parti­zi­pieren können. 

Text von Benjamin Suek

© Kriz Olbricht

© Fabian Hochscheid

Das Matjö im Jahr 2021

Wir freuen uns auf ein Ausstel­lungs­jahr, das anders als 2020, hoffent­lich lückenlos bleibt! Auf Vernis­sagen, Finis­sagen, auf Kunst, die endlich wieder gesehen werden kann. 

TRABANT (Fernweh) – Martina Muck, 21.1. – 18.2.21

CYTTER – Chris­tian Doeller, 25.2. – 25.3.21

CROLLO DI FORMA – Kriz Olbricht, 1.4 – 22.4.21

Domestic Concerns – Aram Lee & Rosa Johanna, 29.4 – 14.5.21

1:1 – Javier Klaus Gastelum & Ann-Kathrin Müller, 20.5 – 10.6.21

Resonanz­boden – Aino Nebel & Tomasz Niedziółka, 17.6. – 8.7.21

sew up times – Kurato­ri­sches Projekt von Julia Katha­rina Thiemann, 15.7 – 5.8.21

Tropical Depres­sions – Juan Blanco: 12.8. – 9.9.21

Eva-Maria Kollischan: 16.9. – 7.10.21

Marc Duveneck: 14.10. – 4.11.21

Andreas Keil: 11.11. – 2.12.21

Oliver Schuß: 9.12. – Jan. 2022


Hier finden Sie einen Rückblick auf das Jahr 2020 

Unser Jahres­heft von 2020 fasst die Ausstel­lungen und Aktivi­täten des vergan­genen Jahres zusammen. Es ist hier als PDF-Download verfügbar. Wenn das Matjö pande­mie­be­dingt wieder öffnen kann, ist es ebenfalls als gedrucktes Heft kostenlos erwerbbar. 

Martina Muck – Trabant (Fernweh)

Das Gerippe eines Lampen­schirmes dreht sich langsam im Raum und wirft seinen Schatten auf eine große quadra­ti­sche Stoff­bahn. Der Betrachter kann vorm Schau­fenster das Entstehen des Schat­ten­bildes mit seinen einfa­chen Elementen entde­cken und unmit­telbar erfahren. Der Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess von Schatten und Objekt hat eine hypno­ti­sche Wirkung… und lädt ein, eintau­chend in die ruhigen Schat­ten­be­we­gungen, Momente der Selbst­ver­ges­sen­heit zu erleben.

… Muck betreibt unauf­dring­lich eine optische Emanzi­pa­tion des Schat­ten­raums von seinem Zustand des Überse­hen­wer­dens. Ob es flüch­tige Flecken Licht oder fließende dunkle Folien sind, die sich über hinter­grün­dige Wirklich­keiten bewegen — ganz gleich — Mucks Kinetiken gelingt es Momente bewegter Stille zu animieren: poetisch und von einer kitsch­be­freiten Ästhetik lichter Dunkel­heiten im realen Raum-Zeit-Kontinuum — präzi­si­ons­ge­lei­tete Freiheiten grafi­scher Kompo­si­tionen, die immer vergehen, immer kommen und niemals bleiben. Immer.“
Ruppe Kosel­leck, Künstler, Kurator

Eröff­nung der Ausstel­lung: 21.1.21

Laufzeit: 21.1.21 – 18.2.21

Die Ausstel­lung wurde für den Schau­fens­ter­raum des Matjö konzi­piert und kann dort ab dem 21.1.2021 täglich von 16 – 1 Uhr betrachtet werden.

www​.martina​muck​.de

Eindrücke der Ausstel­lung, Video und Fotoauf­nahmen von Fabian Hochscheid

Rückblick auf 2020

Das Ausstel­lungs­pro­gramm des Matjö – Raum für Kunst gestaltet sich durch die Vorhaben, die jeden Herbst über unseren Open Call einge­sendet und durch den Vorstand des BBK Köln ausge­wählt werden. Abseits von der Zusam­men­stel­lung des Programms wird den ausstel­lenden Künstler*innen freie Hand in der Umset­zung gelassen, um den Raum als die experi­men­telle Freifläche zu gestalten, die er als unabhän­giger Ausstel­lungsort sein soll. 

Für das Ausstel­lungs­jahr 2020 bewarben sich 120 Künstler*innen, mit denen zunächst ein Jahres­pro­gramm mit neun Ausstel­lungen gestaltet wurde. 

Durch die Außnah­me­si­tua­tion der ab März 2020 auch in Deutsch­land wütende COVID-19 Pandemie, musste dieser Plan im Jahres­ver­lauf jedoch einige Änderungen aushalten: Die Ausstel­lungen von Oliver Schuß, geplant für Frühjahr 2020 und von Chris­tian Doeller, geplant für Dezember 2020 mussten in das Jahr 2021 verschoben werden. Die als raumfül­lend und multi­me­dial konzi­pierte Ausstel­lung “Cherry Picking Paradise” von Sara Hoffmann wurde auf eine schau­fens­t­er­fül­lende und somit von der Straße aus sicht­bare Video­ar­beit reduziert. 

Abseits des eigenen Ausstel­lungs­pro­grammes bedingte COVID-19 und die als Reaktion auf das Virus gezogenen Vorsichts­maß­nahmen auch die Themen, mit denen sich Künstler*innen an den BBK Köln wandten: Das Verstehen und Bewerben um Förder­pro­gramme, wegfal­lende Ausstel­lungs­mög­lich­keiten und drohende Finan­zie­rungs­pro­bleme waren omniprä­sente Themen für das Matjö-Team.

Von der COVID-19 Pandemie noch verschont wurde die Ausstel­lung Update Cologne#3, die am 1. März 2020 Finis­sage feiern konnte. Arbeiten der Künst­lerin Doris Frohn­apfel und des Künst­lers Jon Shelton wurden in einer Doppel­aus­stel­lung in den Kunst­räumen der Michael Hornbach Stiftung gezeigt. 

Seit 2018 fungiert das Kultur­werk des BBK als Träger der Ausstel­lungs­reihe Update Cologne. Update Cologne widmet sich Kölner Künstler*innen ab 50 Jahren, deren Arbeiten in den vergan­genen Jahren – mangels geräu­miger Ausstel­lungs­lo­ka­li­täten – vor Ort selten gezeigt wurden, die aber schon über einen langen Zeitraum konti­nu­ier­lich in Köln tätig sind. Als Partner konnte das 2017 vom Kulturamt der Stadt Köln mitin­iti­ierte Projekt die Michael Horbach Stiftung gewinnen, die über 300 Quadrat­meter in ihren großflä­chigen Kunst­räumen in der Wormser Straße 23 an Update Cologne vermietet. Die Ausstel­lungs­reihe wird konti­nu­ier­lich von Kulturamt der Stadt Köln geför­dert sowie von jährlich wechselnden Förde­rern zusätz­lich finan­ziell unterstützt.

Erstmals wurden 2019/20 in Köln 15 „Recherche- und Arbeits­sti­pen­dien Bildende Kunst der Stadt Köln” vergeben, die im Zuge der indivi­du­ellen Künstler*innenförderung mit Mitteln der Stadt Köln ausge­stattet und die vom Kultur­werk des BBK Köln e.V. ausge­schrieben werden. Das Konzept wurde im Laufe des Jahres vom Kulturamt und dem Kultur­werk des BBK – in Abstim­mung mit dem Netzwerk AIC – ausgearbeitet.

Die Vergabe an 11 Künstler*innen, einem Künst­le­rin­nenduo und 2 Kurator*innen unter­stütze diese in ihren sehr diversen künst­le­ri­schen Vorhaben. Vom Stand der Umset­zung berich­teten die Stipendiat*innen auf der Abschluss­ver­an­stal­tung, die am 16. Juli in der Temporary Gallery in Köln statt­fand. Diese neuer Weg der indivi­du­ellen Künstler*innenförderung stieß in der Kölner Kunst­szene auf durchweg positive Reaktionen, weswegen wir dieses Stipen­dium, nun in zweiten Ausschrei­bungs­runde, gerne weiterhin organi­sa­to­risch begleiten.

Das Kultur­werk mit dem Matjö – Raum für Kunst sieht sich in der Verant­wor­tung weiterhin als Schau­fenster und Sprach­rohr in die Öffent­lich­keit, zur Politik und Verwal­tung, aber auch Kommu­ni­ka­ti­onsweg zur Szene zu sein. Wie wichtig kultur­po­li­ti­sche Arbeit, Vernet­zung und kurze Kommu­ni­ka­ti­ons­wege sind, zeigt der Umgang mit einer Pandemie. Dass künst­le­ri­sche Arbeit auch außer­halb der eigenen Szene nicht als schöner Zeitver­treib, sondern als Arbeit angesehen und die Lebens­rea­lität von Künstler*innen verstanden wird, benötigt aktive Lobbyarbeit. 

Aber auch abseits der Heraus­for­de­rungen, die diese nach Verglei­chen vergeb­lich suchende Situa­tion stellte und stellt, geht kultur­po­li­ti­sche Arbeit an “normalen Ecken” weiter. Bei dem Erarbeiten neuer Förder­kon­zepte, der Umset­zung des Kulturentwicklungs­plans, in der Mitar­beit im Atelier­beirat oder bei der Konzi­pie­rung des zukünf­tigen Atelier­för­der­kon­zeptes, im Kunst­beirat oder bei Szenebe­richten wirken die Vertreter des Kultur­werks aktiv mit. Das Kultur­werk des BBK Köln e.V möchte weiterhin eine zuver­läs­sige, konti­nu­ier­liche Anlauf­sta­tion und Service­stelle sein, die das berufs­spe­zi­fi­sche Wissen – z. B. zu Förder­mög­lich­keiten, Kooperations- und Ausstel­lungs­mög­lich­keiten, zur Künst­ler­so­zi­al­kasse, zu Steuer­fragen oder zur Kultur­po­litik – sowie die Erfah­rungen sammelt, bewahrt, aufbe­reitet und weitergibt.

Unter­stützt wurden die Aktvi­täten durch das Kulturamt der Stadt Köln und durch die Kunst­för­derer Köln e.V. 

Allen Förde­rern, Koope­ra­ti­ons­part­nern  und Künstler*innen unseren sehr herzli­chen Dank für das sehr spannende Projekt­jahr 2020! 

Kultur­werk des BBK Köln e.V.


Unser Jahres­heft mit Texten und Bildern zu allen Ausstel­lungen 2020 ist hier als PDF zu finden, wenn das Matjö wieder öffnen kann, kann es auch in gedruckter Form kostenlos erworben werden:


Foto: Ohne Sorge, Video­ar­beit von Sara Hoffmann

Chris­tian Doeller – CYTTER

Wie sehen Maschinen die Welt?
In seinem künst­le­ri­schen Forschungs­pro­jekt CYTTER beschäf­tigt sich Chris­tian Doeller mit der Frage, wie Sensoren, Daten­filter und digitale Produk­ti­ons­ver­fahren den Blick auf uns und unsere Umwelt verän­dern.
Ein wesent­li­cher Teil des Projekts ist das CYTTER Daten­labor: ein Daten­labor, in dem Menschen, Algorithmen und Maschinen an digitalen Überset­zungen von physi­schen Gegen­ständen arbeiten. Scanner, Fräsen, Zeichen­ma­schinen, Programme und manuelle Repro­duk­ti­ons­ver­fahren bilden einen Kreis­lauf, in dem Gegen­stände und deren Darstel­lungen beliebig oft kursieren können und dabei unvor­her­seh­bare Verwand­lungen erfahren – eine Art »digitale Stille Post«.
Für seine Ausstel­lung im MATJÖ wird das Labor erstmals selbst zum Hybrid digitaler und physi­scher Prozesse. Vom 18. Februar bis zum 14. März 2021 sind Besucher*innen einge­laden, einen Gegen­stand per Post an das CYTTER Daten­labor zu schicken, um ihn gegen seine digital verän­derte Version einzu­tau­schen. Alle Überset­zungs­schritte werden online in Echtzeit aktua­li­siert, finale Ergeb­nisse werden nach Abschluss der Überset­zung per Post an die Teilnehmer*innen geschickt. 
Weitere Einblicke in die Gescheh­nisse vor Ort erhalten Sie auf der Website des Labors und im Livestream des Rahmen­pro­gramms. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
http://​datalab​.chris​ti​an​do​eller​.de/

Rahmen­pro­gramm: 
Kurze Einlei­tung in das CYTTER Daten­labor, Livestream, 25. Februar, 21:00 Uhr
Open Lab (Q&A), Livestream, 11. März, 19:00 Uhr
CYTTER.datalab in Concert, Livestream, 25. März, 21:00 Uhr 


www​.chris​ti​an​do​eller​.de

Laufzeit: 25.2. – 25.3.21

Die Ausstel­lung wird zusätz­lich geför­dert durch die Stiftung Kultur­werk der VG Bild Kunst.

Ein Trailer zur Ausstellung