Recherche- und Arbeits­sti­pen­dien Köln 2021

Wir freuen uns, zum dritten Mal in Folge 15 Recherche- und Arbeits­sti­pen­dien Bildende Kunst der Stadt Köln ausschreiben zu können.

Vielen Dank für Ihre Bewer­bungen! Nach der Sichtung durch die Jury erhalten Sie eine Rückmel­dung.

Die Jury besteht in diesem Jahr aus:

-Florian Dedek, Künstler, Köln

-Kris Dittel, Kuratorin, Rotterdam

-Michael Krajewski, Kurator, Kunst­his­to­riker, Köln 

-Anys Reimann, Künst­lerin, Düssel­dorf 

-Aneta Rostkowska, Direk­torin Temporary Gallery, Köln (Vorsitz)

Die Stipen­dien werden alters­un­ab­hängig ausge­schrieben und richten sich an profes­sio­nell arbei­tende Kölner Künstler*innen sowie Kurator*innen. Die mit Mitteln der Stadt Köln ausge­stat­teten Stipen­dien sollen ermög­li­chen, im Förder­zeit­raum ohne finan­zi­ellen Druck zu arbeiten und ein einge­reichtes Projekt­vor­haben umzusetzen.


Das Konzept wurde 2019 vom Kulturamt und dem Kultur­werk des BBK – in Abstim­mung mit dem Netzwerk AIC und der Kölner Kultur­po­litik – entwi­ckelt. Auf Beschluss des Kölner Rates organi­siert das Kultur­werk des BBK Köln e.V. – nach 2019 und 2020 – die Ausschrei­bung und Vergabe der Stipen­dien auch für 2021 – 2023.


Ausführ­liche Infor­ma­tionen finden Sie unter www​.recher​ches​ti​pen​dien​-koeln​.de

Zweck der Förde­rung
Eine künstlerische/kuratorische Entwick­lung setzt insbe­son­dere die Erschlie­ßung neuer eigener Ideen und Ansätze voraus. Aus diesem Grund soll den Stipendiat*innen die Möglich­keit zur Durch­füh­rung selbst gewählter Recherche- und Arbeits­vor­haben gegeben werden wie z.B. die Recherche oder Vorar­beit an einem bestimmten Thema, die Entwick­lung von Projekten, das Erschlie­ßung neuer/anderer Arbeits­tech­niken oder die Fortfüh­rung bzw. Vollendung bestimmter Arbeiten.

Umfang der Förde­rung
Die 15 Recherche- und Arbeits­sti­pen­dien sind mit je 5.000 € dotiert und werden in zwei Raten von je 2.500 € ausge­zahlt.

Vorrau­set­zungen
Die Stipen­dien sind für die künstlerische/kuratorische Entwick­lung von profes­sio­nell arbei­tenden Künstlerinnen, Kuratorinnen oder künst­le­ri­schen oder kurato­ri­schen Gruppen im Bereich der visuellen Künste in Köln bestimmt, die sich durch ihre Arbeit ausge­wiesen haben. Bewer­be­rinnen müssen eine künst­le­ri­sche Ausbil­dung abgeschlossen haben und/oder eine mehrjäh­rige profes­sio­nelle künstlerische/kuratorische Tätig­keit in ihrem Fachge­biet nachweisen können. Krite­rien für die Stipen­di­en­ver­gabe sind die Qualität bishe­riger künst­le­ri­scher bzw. kurato­ri­scher Arbeiten und die Qualität des Recherche-/Arbeitsvorhabens. Eine Bewer­bung kann jährlich statt­finden, eine Förde­rung aber nur alle zwei Jahre. Ausschluss­kri­te­rien für den Erhalt eines Stipen­diums ist ein städti­sches Stipen­dium oder eine Projekt­för­de­rung der Stadt Köln im jewei­ligen Förder­jahr. Bewer­be­rinnen müssen in Köln leben und arbeiten. Im Falle von Gruppen sollte die Mehrheit der Gruppen­mit­glieder in Köln leben und arbeiten.
Bewerber*innen sind zum Zeitpunkt der Antrag­stel­lung an keiner Hochschule immatri­ku­liert. Jurymit­glieder und deren Angehö­rige sind von der Antrag­stel­lung ausge­schlossen.

Jury
Über die Stipen­di­en­ver­gabe entscheidet die Jury. Diese hat fünf Mitglieder, die sich aus mindes­tens zwei Künstler*innen sowie Kunsthistoriker*innen und Kurator*innen zusam­men­setzt. Die Mitglieder der Jury sind ausschließ­lich Sachverständige/Fachexperten, von denen drei Jurymit­glieder zur Vermei­dung von Befan­gen­heit nicht aus Köln kommen sollen.
Die Entschei­dung der Jury kann nicht angefochten werden. Der Rechtsweg ist ausge­schlossen.

Antrags­stel­lung
Die Bewer­bung erfolgt ausschließ­lich digital mittels des Online-Formulars, dass unter
www​.recher​ches​ti​pen​dien​-koeln​.de in deutscher und engli­scher Sprache zu finden ist.
Elemente der Bewer­bung sind:
• Anschreiben mit Namen, Adresse, Telefon­nummer und Email­adresse (max. 1 Seite)
• Projekt­be­schrei­bung (max. 1 Seite)
• Portfolio bzw. Dokumentations-/Informationsmaterial über die bishe­rige künst­le­risch oder kurato­ri­sche Arbeit, max. 10 Seiten
• Künst­le­ri­scher Lebens­lauf, max. 2 Seiten
• Kopie des Perso­nal­aus­weises (beide Seiten) oder Kopie der Melde­be­stä­ti­gung des Einwoh­ner­mel­de­amtes oder Kopie des Aufent­halts­stem­pels im Pass bei in Köln lebenden Nicht-EU-Bürger*innen.

Abschluss des Stipen­diums
Jedes Stipen­dium muss mit einem Bericht über die Recherche- und Arbeits­er­geb­nisse abgeschlossen werden. Dieser muss spätes­tens einen Monat nach Ende des Förder­zeit­raums (Förder­zeit­raum: November 2021 – Februar 2022) in digitaler Form einge­reicht werden (max. 2 Seiten, PDF, 2 MB). Die Ergeb­nisse des Stipen­diums sollen während einer anschlie­ßenden Abschluss­ver­an­stal­tung in der Temporary Gallery vorge­stellt und disku­tiert werden. Projekte, die im Ausschrei­bungs­jahr pande­mie­be­dingt nicht reali­siert werden können, sollen auf der Abschluss­ver­an­stal­tung der nächsten Ausschrei­bungs­runde präsen­tiert werden.
Die Abschluss­ver­an­stal­tungen dienen der weiteren Vernet­zung und dem fachli­chen Austausch unter­ein­ander.

Kontakt
Kultur­werk des BBK Köln e.V., Mathi­asstr. 15, 50676 Köln
Ansprech­part­nerin: Petra Gieler, E‑Mail Adresse: stipendien@​bbk-​koeln.​de
In Abstim­mung mit und geför­dert durch das Kulturamt der Stadt Köln

Zusam­men­fas­sung
Bezeich­nung: Recherche- und Arbeits­sti­pen­dien Bildende Kunst der Stadt Köln
Zielgruppe: profes­sio­nelle Kölner Künstlerinnen und Kuratorinnen
Förder­maß­nahme: Arbeits­sti­pen­dium
Alters­be­schrän­kung: keine
Vergabe: jährlich
Reich­weite: Köln
Bewer­bungs­ver­fahren: offene Ausschrei­bung
Bewer­bung: ausschließ­lich per Online-Formular unter www​.recher​ches​ti​pen​dien​-koeln​.de

Руфина Базлова/Rufina Bazlova & ვაჟიკო ჩაჩხიანი/Vajiko Chachkhiani – sew up times

Die Ausstel­lung „sew up times“ präsen­tiert unter­schied­liche künst­le­ri­sche Strate­gien des Umgangs mit Geschichte und Geschichten sowie ihren sozio­po­li­ti­schen Auswir­kungen in Arbeiten von Rufina Bazlova (*1990) und Vajiko Chachkhiani (*1985). Dabei gehen sie direkt und indirekt auf aktuelle politi­sche und soziale Bedin­gungen ihrer Herkunfts­länder Belarus und Georgien ein, für die sie eindrück­liche ästhe­ti­sche Formen finden.

So trans­for­miert die belarus­si­sche Künst­lerin Rufina Bazlova tages­po­li­ti­sche Gescheh­nisse in Belarus in Sticke­reien des tradi­tio­nellen Vyschyvanka-Stils. Die mit rotem Faden handge­stickten Bilder vermit­teln dabei reale Infor­ma­tionen und Begeben­heiten des Belarus-Konfliktes um die Präsi­dent­schafts­wahlen und Proteste gegen das Vorgehen amtie­render Vertreter des Systems, sowie Symbo­liken und Atmosphären des Volks­auf­standes auf künst­le­ri­sche Weise.

In den einzelnen Sticke­reien sind unschwer verschie­dene ikoni­sche Szenen der Proteste zu erkennen. Ihre gestickten Szenen beziehen sich auf reale Begeben­heiten und knüpfen somit an die Tradi­tion der Stick­kunst an, mit der weißrus­si­sche Frauen, die oftmals weder lesen noch schreiben konnten, ihr Leben festhielten und Infor­ma­tionen weiter­gaben. Nun schreibt Rufina Bazlova die politi­schen Ereig­nisse um die Wahlen in Belarus auf ihre Weise im Code der Volks­sti­ckerei ästhe­tisch nieder und erschafft hierdurch eindrück­liche künst­le­ri­sche Arbeiten.

Auch der georgi­sche Künstler Vajiko Chachkhiani (*1985) beschäf­tigt sich in seinen Arbeiten mit existen­zi­ellen Fragen unseres Lebens, die sowohl politisch wie auch persön­lich geprägt sind und weitrei­chende Auswir­kungen haben können. In seinem eindrück­li­chen wie auch poeti­schen Film „Winter which was not there“ (2017) wird gezeigt, wie ein Mann die Bergung einer Beton­skulptur aus dem Meer beobachtet. Die Statue sieht ihm erstaun­lich ähnlich. Daraufhin befes­tigt der Protago­nist das steinerne Abbild an seinem Auto und schleift das aus dem Wasser gebor­gene Ebenbild durch eine karge Landschaft hinter sich her, bis die Figur nach und nach zerbrö­selt und die zuvor aus dem Wasser geret­tete Skulptur hierbei zerstört wird.

Während Chachkhianis Film einer­seits als Metapher eines Versuchs der Befreiung von der eigenen, indivi­du­ellen Geschichte gelesen werden kann, so spielt er anderer­seits auch gekonnt mit der Rolle von Stand­bil­dern und Statuen im öffent­li­chen Raum, sowie ihrer mutwil­ligen Zerstö­rung, klima­ti­schen Verwit­te­rung oder gar einem Bilder­sturm des Sturzes öffent­li­cher und oftmals politisch motivierter Überhö­hungen Einzelner.

Hierbei kann seine filmi­sche Arbeit mit Blick auf die aktuelle sozio­po­li­ti­sche Situa­tion seines Heimat­landes Georgien verstanden werden. Indirekt thema­ti­siert Vajiko Chachkhianis die histo­ri­sche Entwick­lung Georgiens, das im Jahr 1991 nach langem Prozess die Unabhän­gig­keit von der Sowjet­union erlangte. Nicht zufällig erinnert die Beton­skulptur in Chachkhianis filmi­schem Werk an sowje­ti­sche Monumente und Herrscher­stand­bilder.

Der Künstler zeigt in seinem Film eindrück­lich auf, wie scheinbar vergan­gene Geschichte(n) und histo­ri­sche Ereig­nisse das Leben und Denken vieler Menschen insbe­son­dere in oftmals armen, postso­wje­ti­schen Gegenden noch immer prägen. Dabei tragen die Mehrdeu­tig­keit des Filmes und der langsame Prozess der Zerset­zung des mensch­li­chen Abbildes zur beson­deren Stärke seiner Arbeit bei, die vielschich­tige Lesarten eröffnet.

Rufina Bazlova, geboren 1990 in Belarus, lebt und arbeitet in Prag in Tsche­chien.

Vajiko Chachkhiani, geboren 1985 in Tiflis in Georgien, lebt und arbeitet in Tiflis und Berlin.

Kuratiert von Julia Katha­rina Thiemann

Juan Blanco – Tropical Depres­sion

Tropical Depres­sion ist eine Instal­la­tion mit einer Reihe von Experi­menten die versu­chen, über den Blick auf Bilder und die Fluktua­tion von diesen verschie­dene Kommunikations-Metasprachen zu reflek­tieren. Durch die Sezie­rung von Momenten eines meteo­ro­lo­gi­schen Phäno­mens wird aufge­zeigt, wie wir Natur und Landschaft beobachten und wie sie durch unseren Blick konstru­iert wird.

In unter­schied­li­cher Weise finden sich in der Ausstel­lung sowohl gemalte als auch aus marmo­rierter Folie bestehende Kreis­dia­gramme. In einer Fotomon­tage aus Partei­sym­bolen, Wappen und Flaggen kommen Fragen nach affek­tiven, beinahe fetischi­sierten Bezie­hungen des Menschen zu symbo­li­scher Komple­xi­täts­re­du­zie­rung auf. 

Die »geschich­teten« Malereien der Ausstel­lung, in denen über einem figura­tiven Hinter­grund verschie­dene Schichten abstrakter Symbo­li­sie­rung liegen, betonen die Eigen­stän­dig­keit des Visuellen gegen­über sprach­li­cher Vermitt­lung.

Trotz der Unent­rinn­bar­keit symbo­li­scher Codie­rungen zielt Juan Blancos bestän­dige Diskus­sion über diese hinaus. 

juanmblanco​.com

Offene Ateliers 2021

Auch dieses Jahr öffnen Bildende Künstler*innen in Köln im Rahmen der Offenen Ateliers ihre Ateliers für Gäste. Dies soll Austausch, Gespräche und spannende Einblicke in die Entste­hungs­pro­zesse künst­le­ri­scher Arbeiten ermög­li­chen und zeigt die Mannig­fal­tig­keit der Kölner Kunst­szene.

Thema dieses Jahres ist: "Abbil­dende Malerei" (gegen­ständ­lich, surreal, z.B. Landschaft, Portrait).

Die Termine dieses Jahr sind

Links­rhei­nisch Nord: 10.9.21 – 12.9.21

Links­rhei­nisch Süd: 17.9.21 – 19.9.21

Rechts­rhei­nisch: 24.9.21 – 26.9.21

Alle Anmel­dungen und weitere Infor­ma­tionen zu den Teilneh­menden sind auf der Website der offenen Ateliers zu finden.

Wir freuen uns auf Sie! Foto: Atelier von Sergej Sologub

Werbe­ma­te­rial zu den Offenen Ateliers (Broschüren, Postkarten und Poster) können zu den Öffnungs­zeiten des Matjö abgeholt werden.

Hier kann das Poster als PDF herun­ter­ge­laden werden:

Bilder des 1. Wochen­ende, fotogra­fiert von Fabian Hochscheid

Aino Nebel & Tomasz Niedziółka – Resonanz­boden

Was man in Köln, aus dem Osten kommend, vermisst, sind Fußböden aus Holz.

Die hier – wie im Matjö –  vorhan­denen Kachel­böden sind hart, kalt und tonlos. Ein Holzboden dagegen schwingt, knarrt, nimmt einen auf.

Um uns zu verorten, werden wir im Matjö einen Holzboden einbauen.

Der Boden wird nicht den ganzen Raum ausfüllen, sondern nur als Fragment oder Zitat in Erscheinumg treten. Auf diese Weise wird der Boden zu einer Art Floß, einer Insel, und die ursprüng­liche Idee eines Bodens – Festig­keit, Ortsge­bun­den­heit –kippt. Durch den Hohlraum wird der Boden auch zum Resonanz­körper. Jeder Schritt darauf  wird reflek­tiert, man hört sich gehen, spürt sich selbst. Das ist der Ausgangs­punkt für alles Weitere. Der Boden bildet die Basis, ermög­licht Ideen, ist buchstäb­lich Ausgangs­punkt für die nächsten Schritte.

http://​www​.ainonebel​.de/ http://​tomas​z​nied​ziolka​.com/

© Fabian Hochscheid

Aram Lee & Rosa Johanna — Domestic Concerns

For this duo exhibi­tion Aram Lee (NL / KOR) and Rosa Johanna (NL) colla­bo­rated in a project called “Domestic Concerns“, which started with resear­ching about the collapse of the building holding the “Histo­ri­sches Archiv der Stadt Köln” in 2009.

Two thirds of the archival material did survive the collapse of the building, however more than 30km of archival material was inacces­sible after the collapse. Local commu­nities have been highly involved and concerned about the conse-quences of the collapse.

Indepen­dent groups of artists, archi­tects, authors, committed citizens and local initia­tives have been making an effort to find ways to make the former site to a space of collec­tive memory. With much archival material being destroyed or inacces­sible, the world famous archive building in the Severin­straße by archi­tect Fritz Hafer­kamp had a special photo cellar that securely saved parti­cular photo material. Together with the fire brigade, the “Histo­ri­sches Archiv der Stadt Köln” was able to rescue this archival material from the special photo cellar. After an inten­sive corre­spon­dence with the Histo­ri­sches Archiv der Stadt Köln, five survi­ving images from the photo cellar were digitally sent to Aram Lee and Rosa Johanna.

These 5 images are photo­graphs of a sculp­ture in the Rhein­park, Cologne, titled “Huise­lijke Zorgen” (Domestic Concerns) by the Dutch artist Rik Wouters. The sculp­ture is a woman figure with crossed arms, head slightly bent forward, thoughtful. The project traces a histo­rical passage of the statue’s inter­me­diate presence in the Rhein­park since 1957 and in the archive. The images of the statue survived the 2009 disaster in the photo cellar and were rescued and cared for by archi­vists. The material reality of the statue and its image have been inter­woven with an ongoing layered contem­porary (hi)story. 

In the exhibi­tion ‘Domestic Concerns’ histo­rical sequences of the archival object are shaped as a cinema­to­gra­phic concep­tion an associa­tive movement, contem­plated image essay by 270 moving sequence shots as score, as perfor­mance, gradu­ally connected, allowing issues of the collapse of collec­tive memories and archival image’s media­tions, an engage­ment of elabo­ra­ting, constel­la­ting images of place and time like a daydream.

The separ­ately printed sequen­tial images include 3 layers of red, blue and green riso colors. The layers allow to recon­struct time and space in an open duration. The edited sequen­tial images consti­tute a film sequence, it generates the shaken movement of the statue and the lands­cape.

By trans­fer­ring the archival images into cinematic spaces and into the present time, the images become a perfor­mance of histo­ries and of tangible social memories. What forms of remem­brance are needed in today‘s Cologne after the archive‘s collapse? How can we imagine the shape of collec­tive memories together in a process of remem­be­ring, forget­ting or caring?

The repro­duc­tion and publi­ca­tion of this archival material is permitted by the Histo­ri­sche Archiv der Stadt Köln. All material is protected under copyright by the City of Cologne.

The exhibi­tion is kindly supported by Mondriaan Fund

Javier Klaus Gastelum & Ann-Kathrin Müller – 1:1

Das Verhältnis zwischen Raum und Bild bildet den Ausgangs­punkt der Ausstel­lung 1:1 im Matjoe, Raum für Kunst. Während Javier Klaus Gastelum den Ausstel­lungs­raum zum Ausgangs­punkt nimmt, um über die räumli­chen und archi­tek­to­ni­schen Bedin­gungen des Ausstel­lens zu reflek­tieren, ist es bei Ann-Kathrin Müller das fotogra­fi­sche Bild, durch welches das Verhältnis zwischen dem was wir sehen und dem umgebenden, gebauten Raum auf die Probe gestellt wird. Im Zusam­men­spiel der beiden Arbeiten eröffnet sich ein Diskurs um die Rezeptions- und Reprä­sen­ta­ti­ons­be­din­gungen fotogra­fi­scher Bilder sowie um die räumli­chen und archi­tek­to­ni­schen Zusam­men­hänge des Ausstel­lens selbst.

Arbeiten von Javier Klaus Gastelum waren zuletzt unter anderem in der Baumwoll­spin­nerei Leipzig, im Kunst­haus Essen, Museum Folkwang UG und im Akku Stutt­gart zu sehen. Er studierte an der Folkwang Univer­sität der Künste, Essen und ist Meister­schüler bei Ricarda Roggan an der Staat­li­chen Akademie der Bildenden Künste in Stutt­gart. Ann-Kathrin Müllers Arbeiten wurden unter anderem im Kunst­mu­seum Stutt­gart, in der Staat­li­chen Kunst­halle Baden-Baden und im EIGEN+ART Lab Berlin ausge­stellt. Sie studierte an der Staat­li­chen Akademie der Bildenden Künste Stutt­gart und war Meister­schü­lerin bei Ricarda Roggan

Der Besuch der Ausstel­lung ist nach vorhe­riger Termin­bu­chung wieder möglich!

Laufzeit: 20.5 – 10.6.21

Kriz Olbricht — CROLLO DI FORMA

CROLLO DI FORMA, wörtlich übersetzt mit Zusam­men­bruch der Form, weckt Assozia­tionen an Raum und Leere. Leere meint hier vor allem die Erinne­rung an etwas Dagewe­senes. Den Resonanz­raum, den ein Objekt hinter­lässt, nachdem es entfernt wurde, oder eine Person, nachdem sie gegangen ist. 
Raum und Leere greifen das Werk von Olbricht universal. Seine Setzungen, seien sie trans­por­tabel oder in situ, kommen mit wenigen Materia­lien und formalen Mitteln aus. Seine Formen verlangen nach einer Entspre­chung, nach einem Äquiva­lent im Raum. Sei es sich auf eine andere Form oder Person bezie­hend, oder sich ins Verhältnis zu räumli­chen Dimen­sionen verhal­tend. Olbricht verhan­delt somit einen komplexen, dialo­gi­schen Prozess, an dem wir als Betrachter*innen visuell und körper­lich parti­zi­pieren können.

Text von Benjamin Suek

© Kriz Olbricht

© Fabian Hochscheid

Das Matjö im Jahr 2021

Wir freuen uns auf ein Ausstel­lungs­jahr, das anders als 2020, hoffent­lich lückenlos bleibt! Auf Vernis­sagen, Finis­sagen, auf Kunst, die endlich wieder gesehen werden kann.

TRABANT (Fernweh) – Martina Muck, 21.1. – 18.2.21

CYTTER – Chris­tian Doeller, 25.2. – 25.3.21

CROLLO DI FORMA – Kriz Olbricht, 1.4 – 22.4.21

Domestic Concerns – Aram Lee & Rosa Johanna, 29.4 – 14.5.21

1:1 – Javier Klaus Gastelum & Ann-Kathrin Müller, 20.5 – 10.6.21

Resonanz­boden – Aino Nebel & Tomasz Niedziółka, 17.6. – 8.7.21

sew up times – Kurato­ri­sches Projekt von Julia Katha­rina Thiemann, 15.7 – 5.8.21

Tropical Depres­sions – Juan Blanco: 12.8. – 9.9.21

Eva-Maria Kollischan: 16.9. – 7.10.21

Marc Duveneck: 14.10. – 4.11.21

Andreas Keil: 11.11. – 2.12.21

Oliver Schuß: 9.12. – Jan. 2022


Hier finden Sie einen Rückblick auf das Jahr 2020

Unser Jahres­heft von 2020 fasst die Ausstel­lungen und Aktivi­täten des vergan­genen Jahres zusammen. Es ist hier als PDF-Download verfügbar. Wenn das Matjö pande­mie­be­dingt wieder öffnen kann, ist es ebenfalls als gedrucktes Heft kostenlos erwerbbar.

Martina Muck – Trabant (Fernweh)

Das Gerippe eines Lampen­schirmes dreht sich langsam im Raum und wirft seinen Schatten auf eine große quadra­ti­sche Stoff­bahn. Der Betrachter kann vorm Schau­fenster das Entstehen des Schat­ten­bildes mit seinen einfa­chen Elementen entde­cken und unmit­telbar erfahren. Der Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess von Schatten und Objekt hat eine hypno­ti­sche Wirkung… und lädt ein, eintau­chend in die ruhigen Schat­ten­be­we­gungen, Momente der Selbst­ver­ges­sen­heit zu erleben.

… Muck betreibt unauf­dring­lich eine optische Emanzi­pa­tion des Schat­ten­raums von seinem Zustand des Überse­hen­wer­dens. Ob es flüch­tige Flecken Licht oder fließende dunkle Folien sind, die sich über hinter­grün­dige Wirklich­keiten bewegen — ganz gleich — Mucks Kinetiken gelingt es Momente bewegter Stille zu animieren: poetisch und von einer kitsch­be­freiten Ästhetik lichter Dunkel­heiten im realen Raum-Zeit-Kontinuum — präzi­si­ons­ge­lei­tete Freiheiten grafi­scher Kompo­si­tionen, die immer vergehen, immer kommen und niemals bleiben. Immer.“
Ruppe Kosel­leck, Künstler, Kurator

Eröff­nung der Ausstel­lung: 21.1.21

Laufzeit: 21.1.21 – 18.2.21

Die Ausstel­lung wurde für den Schau­fens­ter­raum des Matjö konzi­piert und kann dort ab dem 21.1.2021 täglich von 16 – 1 Uhr betrachtet werden.

www​.martina​muck​.de

Eindrücke der Ausstel­lung, Video und Fotoauf­nahmen von Fabian Hochscheid

Rückblick auf 2020

Das Ausstel­lungs­pro­gramm des Matjö – Raum für Kunst gestaltet sich durch die Vorhaben, die jeden Herbst über unseren Open Call einge­sendet und durch den Vorstand des BBK Köln ausge­wählt werden. Abseits von der Zusam­men­stel­lung des Programms wird den ausstel­lenden Künstler*innen freie Hand in der Umset­zung gelassen, um den Raum als die experi­men­telle Freifläche zu gestalten, die er als unabhän­giger Ausstel­lungsort sein soll. 

Für das Ausstel­lungs­jahr 2020 bewarben sich 120 Künstler*innen, mit denen zunächst ein Jahres­pro­gramm mit neun Ausstel­lungen gestaltet wurde. 

Durch die Außnah­me­si­tua­tion der ab März 2020 auch in Deutsch­land wütende COVID-19 Pandemie, musste dieser Plan im Jahres­ver­lauf jedoch einige Änderungen aushalten: Die Ausstel­lungen von Oliver Schuß, geplant für Frühjahr 2020 und von Chris­tian Doeller, geplant für Dezember 2020 mussten in das Jahr 2021 verschoben werden. Die als raumfül­lend und multi­me­dial konzi­pierte Ausstel­lung “Cherry Picking Paradise” von Sara Hoffmann wurde auf eine schau­fens­t­er­fül­lende und somit von der Straße aus sicht­bare Video­ar­beit reduziert. 

Abseits des eigenen Ausstel­lungs­pro­grammes bedingte COVID-19 und die als Reaktion auf das Virus gezogenen Vorsichts­maß­nahmen auch die Themen, mit denen sich Künstler*innen an den BBK Köln wandten: Das Verstehen und Bewerben um Förder­pro­gramme, wegfal­lende Ausstel­lungs­mög­lich­keiten und drohende Finan­zie­rungs­pro­bleme waren omniprä­sente Themen für das Matjö-Team.

Von der COVID-19 Pandemie noch verschont wurde die Ausstel­lung Update Cologne#3, die am 1. März 2020 Finis­sage feiern konnte. Arbeiten der Künst­lerin Doris Frohn­apfel und des Künst­lers Jon Shelton wurden in einer Doppel­aus­stel­lung in den Kunst­räumen der Michael Hornbach Stiftung gezeigt. 

Seit 2018 fungiert das Kultur­werk des BBK als Träger der Ausstel­lungs­reihe Update Cologne. Update Cologne widmet sich Kölner Künstler*innen ab 50 Jahren, deren Arbeiten in den vergan­genen Jahren – mangels geräu­miger Ausstel­lungs­lo­ka­li­täten – vor Ort selten gezeigt wurden, die aber schon über einen langen Zeitraum konti­nu­ier­lich in Köln tätig sind. Als Partner konnte das 2017 vom Kulturamt der Stadt Köln mitin­iti­ierte Projekt die Michael Horbach Stiftung gewinnen, die über 300 Quadrat­meter in ihren großflä­chigen Kunst­räumen in der Wormser Straße 23 an Update Cologne vermietet. Die Ausstel­lungs­reihe wird konti­nu­ier­lich von Kulturamt der Stadt Köln geför­dert sowie von jährlich wechselnden Förde­rern zusätz­lich finan­ziell unter­stützt.

Erstmals wurden 2019/20 in Köln 15 „Recherche- und Arbeits­sti­pen­dien Bildende Kunst der Stadt Köln” vergeben, die im Zuge der indivi­du­ellen Künstler*innenförderung mit Mitteln der Stadt Köln ausge­stattet und die vom Kultur­werk des BBK Köln e.V. ausge­schrieben werden. Das Konzept wurde im Laufe des Jahres vom Kulturamt und dem Kultur­werk des BBK – in Abstim­mung mit dem Netzwerk AIC – ausge­ar­beitet.

Die Vergabe an 11 Künstler*innen, einem Künst­le­rin­nenduo und 2 Kurator*innen unter­stütze diese in ihren sehr diversen künst­le­ri­schen Vorhaben. Vom Stand der Umset­zung berich­teten die Stipendiat*innen auf der Abschluss­ver­an­stal­tung, die am 16. Juli in der Temporary Gallery in Köln statt­fand. Diese neuer Weg der indivi­du­ellen Künstler*innenförderung stieß in der Kölner Kunst­szene auf durchweg positive Reaktionen, weswegen wir dieses Stipen­dium, nun in zweiten Ausschrei­bungs­runde, gerne weiterhin organi­sa­to­risch begleiten.

Das Kultur­werk mit dem Matjö – Raum für Kunst sieht sich in der Verant­wor­tung weiterhin als Schau­fenster und Sprach­rohr in die Öffent­lich­keit, zur Politik und Verwal­tung, aber auch Kommu­ni­ka­ti­onsweg zur Szene zu sein. Wie wichtig kultur­po­li­ti­sche Arbeit, Vernet­zung und kurze Kommu­ni­ka­ti­ons­wege sind, zeigt der Umgang mit einer Pandemie. Dass künst­le­ri­sche Arbeit auch außer­halb der eigenen Szene nicht als schöner Zeitver­treib, sondern als Arbeit angesehen und die Lebens­rea­lität von Künstler*innen verstanden wird, benötigt aktive Lobby­ar­beit. 

Aber auch abseits der Heraus­for­de­rungen, die diese nach Verglei­chen vergeb­lich suchende Situa­tion stellte und stellt, geht kultur­po­li­ti­sche Arbeit an “normalen Ecken” weiter. Bei dem Erarbeiten neuer Förder­kon­zepte, der Umset­zung des Kulturentwicklungs­plans, in der Mitar­beit im Atelier­beirat oder bei der Konzi­pie­rung des zukünf­tigen Atelier­för­der­kon­zeptes, im Kunst­beirat oder bei Szenebe­richten wirken die Vertreter des Kultur­werks aktiv mit. Das Kultur­werk des BBK Köln e.V möchte weiterhin eine zuver­läs­sige, konti­nu­ier­liche Anlauf­sta­tion und Service­stelle sein, die das berufs­spe­zi­fi­sche Wissen – z. B. zu Förder­mög­lich­keiten, Kooperations- und Ausstel­lungs­mög­lich­keiten, zur Künst­ler­so­zi­al­kasse, zu Steuer­fragen oder zur Kultur­po­litik – sowie die Erfah­rungen sammelt, bewahrt, aufbe­reitet und weiter­gibt.

Unter­stützt wurden die Aktvi­täten durch das Kulturamt der Stadt Köln und durch die Kunst­för­derer Köln e.V. 

Allen Förde­rern, Koope­ra­ti­ons­part­nern  und Künstler*innen unseren sehr herzli­chen Dank für das sehr spannende Projekt­jahr 2020! 

Kultur­werk des BBK Köln e.V.


Unser Jahres­heft mit Texten und Bildern zu allen Ausstel­lungen 2020 ist hier als PDF zu finden, wenn das Matjö wieder öffnen kann, kann es auch in gedruckter Form kostenlos erworben werden:


Foto: Ohne Sorge, Video­ar­beit von Sara Hoffmann

Chris­tian Doeller – CYTTER

Wie sehen Maschinen die Welt?
In seinem künst­le­ri­schen Forschungs­pro­jekt CYTTER beschäf­tigt sich Chris­tian Doeller mit der Frage, wie Sensoren, Daten­filter und digitale Produk­ti­ons­ver­fahren den Blick auf uns und unsere Umwelt verän­dern.
Ein wesent­li­cher Teil des Projekts ist das CYTTER Daten­labor: ein Daten­labor, in dem Menschen, Algorithmen und Maschinen an digitalen Überset­zungen von physi­schen Gegen­ständen arbeiten. Scanner, Fräsen, Zeichen­ma­schinen, Programme und manuelle Repro­duk­ti­ons­ver­fahren bilden einen Kreis­lauf, in dem Gegen­stände und deren Darstel­lungen beliebig oft kursieren können und dabei unvor­her­seh­bare Verwand­lungen erfahren – eine Art »digitale Stille Post«.
Für seine Ausstel­lung im MATJÖ wird das Labor erstmals selbst zum Hybrid digitaler und physi­scher Prozesse. Vom 18. Februar bis zum 14. März 2021 sind Besucher*innen einge­laden, einen Gegen­stand per Post an das CYTTER Daten­labor zu schicken, um ihn gegen seine digital verän­derte Version einzu­tau­schen. Alle Überset­zungs­schritte werden online in Echtzeit aktua­li­siert, finale Ergeb­nisse werden nach Abschluss der Überset­zung per Post an die Teilnehmer*innen geschickt. 
Weitere Einblicke in die Gescheh­nisse vor Ort erhalten Sie auf der Website des Labors und im Livestream des Rahmen­pro­gramms. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
http://​datalab​.chris​ti​an​do​eller​.de/

Rahmen­pro­gramm: 
Kurze Einlei­tung in das CYTTER Daten­labor, Livestream, 25. Februar, 21:00 Uhr
Open Lab (Q&A), Livestream, 11. März, 19:00 Uhr
CYTTER.datalab in Concert, Livestream, 25. März, 21:00 Uhr


www​.chris​ti​an​do​eller​.de

Laufzeit: 25.2. – 25.3.21

Die Ausstel­lung wird zusätz­lich geför­dert durch die Stiftung Kultur­werk der VG Bild Kunst.

Ein Trailer zur Ausstel­lung

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Update Cologne #4 Ausschrei­bung

Update Cologne # 4 – Ausschrei­bung

Vielen Dank für Ihre Bewer­bungen! Nach der Jury Sitzung am 12.November melden wir uns so schnell wie möglich bei Ihnen.

Die nächste Ausschrei­bung findet 2021 statt.


Der Ausschrei­bungs­text:

Die Ausstel­lungs­reihe Update Cologne widmet sich insbe­son­dere Kölner Künst­le­rinnen und Künstler ab 50 Jahren, deren Arbeiten in den vergan­genen Jahren – mangels geräu­miger Ausstel­lungs­lo­ka­li­täten – hier vor Ort selten gezeigt wurden, die aber schon über einen langen Zeitraum konti­nu­ier­lich in Köln tätig sind. In Kölner Ateliers erfolgt eine künst­le­ri­sche Produk­tion hoher Qualität und großer medialer Spann­breite, die mitunter überre­gional wie inter­na­tional mehr Resonanz erfährt als in der Stadt ihres Entste­hens. Das Projekt soll deshalb gezielt Kölner Künstler/innen erneut ein Podium verschaffen, das ihre Wahrneh­mung in der Öffent­lich­keit wieder stärkt und dem hiesigen Publikum Gelegen­heit gibt, weniger bekannte oder unter­re­prä­sen­tierte Positionen neu zu entde­cken.

In den vergan­genen drei Jahren hatte ein Beirat, besetzt durch Astrid Barden­heuer (Leiterin artothek), Gérard Goodrow (Kunst­his­to­riker, Autor und freier Kurator), Fabian Hochscheid (Vorsit­zender des Kultur­werks des Bundes­ver­bandes Bildender Künstler Köln e.V.), Michael Horbach (Gründer Michael Horbach Stiftung), Rita Kersting (Co-Direktorin Museum Ludwig), Nadine Müseler (Referentin für Bildende Kunst, Literatur und Neue Medien im Kulturamt der Stadt Köln) sowie Dietmar Schneider (Heraus­geber Kölner Skizzen) eine (oder zwei) Position(en) ausge­wählt und einge­laden, eine 6wöchige Ausstel­lung in der Michael Horbach Stiftung zu reali­sieren. Die perso­nelle Beset­zung dieses Beirats wird für die Jurysit­zung in 2020 etwas geändert, die genaue Zusam­men­set­zung der Jury wird baldmög­lichst bekannt gegeben.

Initia­tiv­be­wer­bungen sind willkommen. Prinzi­piell kann sich jede/r Inter­es­sierte der Alters­gruppe ab 50 Jahren für eine Ausstel­lung in 2020 bewerben. Bedin­gung ist, dass die/der Betref­fende seit mindes­tens zehn Jahren in Köln ansässig, lokal veran­kert sowie konti­nu­ier­lich sowie anhal­tend künst­le­risch tätig ist und dass es sich um ein „Update“ handelt, d. h. die vorge­stellten Arbeiten nicht schon jüngst in Köln präsen­tiert wurden.

Die ausge­schrie­bene Ausstel­lung Update Cologne #04 wird wegen einer Anpas­sung an die Ausstel­lungs­pla­nung der Michael Horbach Stiftung das kommende Mal im März 2021 statt­finden:
Eröff­nung Sonntag, 7. März 2021
Laufzeit 8.3. bis 18.4.2021
Finis­sage Sonntag, 18. April 2021 (Daten unter Vorbe­halt).

Bitte reichen Sie Ihre Vita und eine Werküber­sicht aus den letzten 5 Jahren Ihrer künst­le­ri­schen Tätig­keit (Portfolio) ein. Ein konkretes Ausstel­lungs­kon­zept muss nicht formu­liert sein, kann aber gerne vorge­schlagen werden. Es wird ein Honorar und einen Produk­ti­ons­kos­ten­zu­schuss für die/den einge­la­denen Künstler/in geben; zur Dokumen­ta­tion der Ausstel­lung wird eine Broschüre publi­ziert.
Bitte adres­sieren Sie Ihre – möglichst digitale! – Bewer­bung (max. 6 MB) an: info@​update-​cologne.​de oder senden Sie Ihre Bewer­bungs­un­ter­lagen in Print­form (Portfo­lios u. ä.) zu Händen von:
Frau Beate Riebesam, Update Cologne, Kulturamt der Stadt Köln, Referat Kunst und Kultur,
Richart­z­straße 2 – 4, 
50667 Köln.

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gern unter der Email­an­schrift info@​update-​cologne.​de zur Verfü­gung.

Mehr zum Projekt hier.

Träger der Ausstel­lung Update Cologne ist das Kultur­werk des BBK Köln e.V.

 

René Kersting — SEDIMENT — Die Abbil­dung eines Ortes

Bis vorerst zum 30. November 2020 kann die Ausstel­lung leider nur von außen, durch die große Fenster­front betrachtet werden. Täglich von 13 – 1 Uhr ist die raumgrei­fende Instal­la­tion beleuchtet.


Ein Zeitraum gebannt, in Tusche auf Glas. Ein Prozess, elemen­tarer als Fotografie es je sein könnte. Gesteuert durch den Ort an sich. Erdrü­ckende Hitze, klirrende Kälte, ersti­ckender Smog, kristall­klare Luft, brennende Sonnen­strahlen und tiefster Schatten. Erdstrah­lung und Magne­tismus bilden sich, bilden den Ort ab. Eine Abbil­dung ohne bildhaft zu sein.

Doch was ist es, was einen Ort zu einem emotional wirkenden Raum macht? Angenommen, ein Ort hätte eine Seele, so ist sie verborgen und dennoch essen­tiell für das Empfinden eines Ortes. Sie ist spürbar, hat Einfluss auf den Menschen, sein Verhalten und seine Emotion. Sie packt ihn an seinen Urinstinkten, weckt sein Wurzel­emp­finden.

Wie entsteht eine Seele? Wenn sie sich aus dem Ort an sich bildet, beein­flusst durch natür­liche und künst­liche Elemente, Geschichte und Geist des Ortes, ist sie dann in ihm selbst gespei­chert? Redewen­dungen wie „Hier waren große Geister am Werke“ oder „Ort des Grauens“ legen nahe, dass der Mensch geistige Spannungen auch Jahrzehnte später noch erfahren kann. Kann sich diese geistige Spannung auf Mensch und Objekt übertragen? Kann sie konser­viert, trans­por­tiert und erneut freige­setzt werden?

Materie wird zu Geist, Geist zu Materie.

Fotos von Fabian Hochscheidt und René Kersting: 

OPEN CALL 2021

Vielen Dank für eure Bewer­bungen zu unserem Ausstel­lungs­pro­gramm 2021 im Matjö – Raum für Kunst. Der Bewer­bungs­zeit­raum ging bis zu zum 18.10.2020.

Wir werden uns bis Ende des Jahres bei allen Bewerber*innen melden!

Die nächste Ausschrei­bung, dann für das Jahr 2022 wird im Herbst 2021 statt­finden. Die Ausschrei­bung richtete sich vorrangig an Bildende Künst­le­r*innen und Medien­künst­le­r*innen, sparten­über­grei­fende Projekte sind auch willkommen. Die Ausstel­lungen laufen in der Regel 3 – 4 Wochen, kürzere Projekte wie Perfor­mances können gerne vorge­schlagen werden.

Künstler*innenhonorare und Zuschüsse zu den Ausstel­lungs­kosten können gezahlt werden. Die Jury besteht aus Mitglie­dern des Vorstands des BBK Köln. 

MATJÖ – Raum für Kunst ist der Projekt- und Ausstel­lungs­raum des gemein­nüt­zigen Kultur­werks des BBK Köln e.V.

Raumplan & techni­sche Ausstat­tung des Matjö

Oliver Kunkel — mirror, mirror, what went wrong?

Handeln, aber wann?
Handeln, aber wie?
Treffen wir die richtigen Entschei­dungen?

Dennis L. Meadows
versus
Die Suche nach einer neuen Welt.

 

Oliver Kunkel entwi­ckelt für das Matjö – Raum für Kunst eine neue, instal­la­tive Arbeit, die neben den physi­schen Raum auch in den digitalen hinein­reicht.

»Als Thales die Sterne beobach­tete und nach oben blickte und als er dabei in einen Brunnen fiel, soll eine witzige und geist­reiche thraki­sche Magd ihn verspottet haben: Er wolle wissen, was am Himmel sei, aber es bleibe ihm verborgen, was vor ihm und zu seinen Füßen liege.«

Platon in Theae­tetus

Das James-Webb-Weltraumteleskop ist ein Infrarot-Weltraumteleskop, dessen Start für das Jahr 2014 geplant war und aktuell auf Oktober 2021 datiert ist. Das Gemein­schafts­pro­jekt der Weltraum­agen­turen NASA, ESA und CSA hat neben anderen auch das konkrete Ziel, Plane­ten­sys­teme und ihre Eignung für Leben zu unter­su­chen, anders gesagt: einen Planeten B zu finden.

Diese Suche nach einer solchen Alter­na­tive in Hinblick auf den Umgang mit Planet A thema­ti­siert Oliver Kunkel mit einer mehrtei­ligen Arbeit: Elemente wie die im James-Webb-Weltraumteleskop verwen­deten Spiegel, Projek­tionen aus der Astro­nomie, oder die Bearbei­tung des Klassi­kers „Die Grenzen des Wachs­tums“ von u.a. Dennis L. Meadows sind zu einer vielschich­tigen Ausstel­lung verwoben.

Über einen QR Code auf der Einla­dungs­karte und an der Fenster­front gelangt man zu Infor­ma­tionen zu den sich wöchent­lich ändernden Projek­tionen im Raum.

 

http://​www​.oliver​kunkel​.de/

 

KHM Ausstel­lung 2020 — Sybella Perry "Rustic Airs"

In ihrer Doppel­pu­bli­ka­tion „Rustic Airs“, die ein Künst­ler­buch und eine Schall­platte umfasst, nimmt Sybella Perry das Beispiel der engli­schen Airs – einfa­cher, austausch­barer Melodien von Volks­lie­dern, die sich auf dem Weg ihrer Verbrei­tung durch Großbri­tan­nien stetig verän­dert haben – zum Anlass, um über Mobilität, Trans­for­ma­tion und Plura­lität nachzu­denken. Perry verknüpft in ihrem künst­le­ri­schen Ansatz sowohl genera­tive elektro­akus­ti­sche Kompo­si­tionen mit instru­men­talen Folkre­cord­ings als auch kriti­sches Schreiben mit Reise­be­richten. Ihre Klang­tex­turen aus kurzen Notizen und langen Erzähl­pas­sagen lassen die Verän­de­rung in den Freiräumen zwischen Menschen, Räumen, Orten, Wörtern, Klängen und Themen zum Vorschein kommen.

Sybella Perry, geb. 1986 in Großbri­tan­nien, von 2005 bis 2008 Kunst­stu­dium an der Byam Shaw School of Art, London, von 2016 bis 2020 postgra­duales Studium der Medialen Künste an der Kunst­hoch­schule für Medien Köln.

 

Der Rundgang der Kunst­hoch­schule für Medien Köln, dieses Jahr situa­ti­ons­be­dingt auf eine Ausstel­lung von Diplom­pro­jekten reduziert, eröffnet am Mittwoch, 15.Juli 2020, 19 Uhr 

Öffnungs­zeiten danach:

Donnerstag,16.07 — Sonntag 19.07 je 14 bis 20 Uhr

Fotos © Dörthe Boxberg

biegen beugen brechen

Die Ausstel­lung nistet sich als archi­tek­to­ni­scher Modell­raum ins Matjö ein. Das Modell entsteht parallel zu den Ideen der sechs Künstler*innen und wird an diese angepasst und erwei­tert – Ideen und Raumkörper formen sich gegen­seitig. Auf dieser Bühne treffen die Arbeiten der sechs Künstler*innen aufein­ander. Der Maßstab bleibt fließend und wechselt zwischen deutli­cher Verklei­ne­rung, Unbestimm­bar­keit und gewöhn­li­cher Größe. Die Arbeiten schweben zwischen Entwurf, Experi­ment, Modell und Reali­sie­rung. Durch die Flexi­bi­li­sie­rung des Raums werden Begren­zungen aufge­löst. Es bildet sich ein eigenes Bezugs­system, in welchem auch materi­elle und ökono­mi­sche Fragen des künst­le­ri­schen Lebens und Produ­zie­rens reflek­tiert werden.

Die Teilneh­mende Künstler*innen Andrea Dettmar, Katja Kalla, Annabel Lange, Ulf Neumann, Jörg Oberg­fell und Evan Thomas leben in Berlin, Köln und London. Nach inten­sivem digitalen Austausch in den letzten Monaten hoffen sie bei der Eröff­nung endlich alle persön­lich aufein­ander zu treffen.

Während der Laufzeit und zur Finis­sage wurde die Instal­la­tion gedreht.