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Author: Petra Gieler
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Sakir Gökcebag — Perfection
Eröffnung: 10.11.2022, 19 Uhr
Laufzeit: 10.11. – 08.12.2022
Perfection
Der leichte Umgang mit den Dingen
Viele Perspektiven schaffen Distanz und stabilisieren
Sakir Gökcebag zeigt, was er findet – nicht mehr und nicht weniger. Das bereits Geschaffene ist für die Ideenentwicklung genug. Er löst die Dinge aus dem sie umgebenden Alltag, verfremdet sie, sie verlieren ihre Alltäglichkeit und werden zur künstlerischen Idee. Der Gegenstand emanzipiert sich von seiner Funktion und unseren Vorstellungen.
Diese Distanz zu den Dingen trägt eine Widerstandskraft in sich. Die Dinge sind weniger bedrohlich, wenn man sie von vielen Seiten beobachtet und sie sich durch die Umgestaltung zu eigen macht. Eine Vielzahl von Eindrücken scheint auf eine sich ständig erneuernde Kreativität zu treffen. Die Kreativität dient dabei als Ventil.
Sakir Gökcebag bewegt sich darüber hinaus zwischen Spiel und Ernst, zwischen Witz, Gedankenspielen und unseren Assoziationen. Schweres erhält so einen freien Raum und darf sich auflösen. “Die aus diesen einfachen und alltäglichen Materialien entstehenden Objekte und raumgreifenden Installationen sind geistreich, originell und spielerisch, oder mit einem andere Wort: antiakademisch. Sie vermitteln etwas, das selten vorkommt in der zeitgenössischen Kunst, sie vermitteln scheinbar unbefangen Lebensfreude.” Zitat René Block
Es sind vergängliche Kunstwerke, die ihre kurzlebige Existenz einem genauen Schnitt, einer perfekten Anordnung der geschnittenen Teile, Konzentration und Irritation verdanken. Denn auch die Tatsache, dass man die Dinge nicht für immer fest zementieren möchte, befreit!









Dieses Projekt wird gefördert durch:


Ross Downes – IT IS WHAT IT DOES
Ross Downes hat für Matjö eine Raumsituation entworfen, die neben seiner Ausstellung von aktuellen Plakatarbeiten eine Bühne für unterschiedliche Performances aus dem Bereich der elektronischen Musik bietet.
Sound + Drinks in der Ausstellung IT IS WHAT IT DOES von Ross Downes
Einlass jeweils 19 Uhr, Beginn 20 Uhr
15.06 Vernissage mit Sølyst (Thomas Klein von Kreidler)
www.soundcloud.com/s‑lyst
23.06 Pony www.ponyduesseldorf.bandcamp.com/releases
30.06 Pondskater www.pondskater-music.bandcamp.com/
07.07 Wörc Musikvideo
Bei seinen Plakaten nutzt Downes das situationistische Prinzip der Zweckentfremdung (Détournement), um bestehende Bilderwelten zu untergraben – mit dem Ziel, sowohl ihre spezifischen Inhalte als auch ihre allgemeine Erscheinung zu bewerten. In diesem Fall wird Werbung für amerikanische Mainstream-Science-Fiction-Filme, die allegorisch von Ungleichheit und Klassenunterschieden handeln, in einem formalistischen Spiel rekontextualisiert. Den Plakaten wird ihre beabsichtigte Funktion als kommerzielle Werbeanzeige entrissen, indem bewusst der gesamte Text verdeckt wird. Das Ergebnis ist die Übertragung der Bilder in ein formalistisches Spiel, bei dem auf merkwürdige Weise die Abstraktion vergangener sozialistischer Kunsttraditionen in Erscheinung tritt. Dies führt zu einer widersprüchlichen „geschmackvollen“ Zerstörung, bei der Begriffe wie Authentizität, Kommerz, Idealismus und die Position politischer Kunst in Betracht gezogen werden. Die Plakate dienen als Untermalung und benötigen einen neuen Soundtrack, den sie bei einer Reihe von elektronischen Konzerten erhalten, die in der Galerie im Zeitraum der Ausstellung stattfinden werden. Der Kunstraum wird durch die musikalischen Darbietungen in einen sozialen Veranstaltungs- und Begegnungsraum verwandelt. Den Anfang macht bei der Eröffnung am 15. Juni der Musiker Sølyst. Thomas Klein ist behilflich bei der Koordination der Musikacts, die sich auch aus der lokalen Musikszene rekrutieren. Kommen, schauen, zuhören, trinken!
Bei Ross Downes steht der soziale Kommentar im Vordergrund. Eine subjektive Auseinandersetzung mit aktuellen Ereignissen und Erscheinungen, die für unsere Zeit relevant sind. Begriffe wie Klasse, soziale Strukturen, die historische Linke, subkulturelle Identität, sozialistische Kulturbewegungen, Infografikdesign, Satire und Unsinn wirken allesamt als Einfluss. Auch die Materialien selbst spiegeln diese ideologische Ausrichtung wider. Es wird eine Art Post-Arte-Povera-Ansatz verwendet, bei dem gängige Materialien genutzt werden, um Inhalte zu artikulieren, von denen die Form/das Medium oftmals selbst schon durchdrungen ist. Diese semiotischen „Spiele“ sind ein geläufiges Merkmal, das neben expliziter Kritikalität auch durch ein enthüllendes und formalistisches Vergnügen definiert wird.
Ross Downes studierte am Edinburgh College of Art und Goldsmiths London. Er ist regelmäßig als Kurator tätig und zudem einer der Geschäftsführer des Plattenlabels Trestle Records.
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Ross’s poster works utilise the Situationist tool of detournement to subvert existing imagery in order to critically appraise both its content specifically and phenomena generally. In this instance a formalist game recontextualises advertisements for American mainstream Science Fiction films that have plots dealing allegorically with inequality and the class divide. The posters are forced away from their intended function, to perform as commercial advertisements, by purposefully obscuring all text. The result is to shift the images into a formalist game where the abstraction of past Socialist artistic schools awkwardly emerges. A conflicting ‘tasteful’ destruction arises that considers notions of authenticity, commerce, idealism and the position of political art.
These posters will act as accompaniments, posters needing a new soundtrack, to a series of electronic gigs that will be hosted in the gallery throughout the show's duration. The space will be transformed into a venue and social environment with the invited music performances commencing with Sølyst on the 15th June during the opening. The acts are being coordinated with the assistance of Thomas Klein, featuring musicians from the local scene. Please come, look, listen, drink.
Ross Downes’s primary objective is social commentary. A subjective treatment of current affairs and phenomena relevant to the time we’re experiencing. Notions of class, social structures, the historic left, subcultural identity, socialist cultural movements, info graphic design, satire and absurdism all feature as influences.
The materials themselves also reflect this ideological bias. A kind of post –Povera approach is employed, where common materials are used to articulate content that the form/medium itself is often imbued with. These semiotic ‘games’ are a common feature where there is a reveal and formalist pleasure alongside explicit criticality.
Ross Downes Studied at the Edinburgh College Of Art and Goldsmiths London. He regularly curates and is also co director of the record label Trestle Records.
www.rossdownes.co.uk/
www.trestlerec.com
www.soundcloud.com/rossdownestr














