Suse Itzel – Recht­spre­chungs­da­ten­bank NRWE

                                   
Do. 7.5.26, 19 Uhr

Eröff­nung: Do. 7.5.26, 19 Uhr
Laufzeit: 7.5. – 3.6.26

Per Schlag­wort­suche sind in der Recht­spre­chungs­da­ten­bank NRWE
(https://​nrwesuche​.justiz​.nrw​.de/) Entschei­dungen der nordrhein-westfälischen Gerichte abrufbar. Anony­mi­siert finden sich dort Details zu Tather­gängen und zu den vor Gericht erfragten Lebens­läufen von Angeklagten. Veröf­fent­licht werden dieje­nigen Urteile, die "für die Öffent­lich­keit von Wichtig­keit" sind. In ihrer Recherche hat Suse Itzel sich mit Prozessen aufgrund von Sexuellem Kindes­miss­brauch beschäf­tigt. Wie viele Verur­tei­lungen sind allein auf Aussagen der Geschä­digten zurück­zu­führen? Wie oft waren Missbrauchs­ab­bil­dungen der ausschlag­ge­bende Beweis? Wie oft hat die Gewalt über Jahre hinweg statt­ge­funden? Nach welchen Krite­rien wird entschieden, welche Urteile "für die Öffent­lich­keit von Wichtig­keit" sind? Wie kann sie sich als Künst­lerin dieser Daten­bank nähern? Wie kann sie dabei mit den grausamen Details in diesen Urteilen umgehen?

Aus der Recherche entstand zunächst der visuelle Part einer Raumin­stal­la­tion, der Sich die Besucher*innen nähern können, ohne sofort von Grausam­keiten überwäl­tigt zu werden. Über Kopfhörer greift ein Audio­track die Recher­chefragen auf. In essay­is­ti­scher Form reflek­tiert er auch Itzels eigene biogra­phi­sche Verstri­ckung: Wäre sie selber froh gewesen über die Verur­tei­lung ihres Täters? Hätte es damals für eine Anzeige überhaupt gereicht? Hätte es für sie etwas verändert?


Suse Itzel studierte an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und an der Kunst­hoch­schule für Medien in Köln. Itzels Video­ar­beiten, Objekte und raumgrei­fende Instal­la­tionen wurden seit 2009 in zahlrei­chen Ausstel­lungen gezeigt. Ihre jüngsten autobio­gra­fisch geprägten Arbeiten beschäf­tigen sich mit den Folgen von sexua­li­sierter Gewalt, mit Trauma und (psychi­scher) Krank­heit. Itzels Kurzfilm „Ich hätte lieber einen anderen Film gemacht“ wurde u.a. beim Kurzfilm Festival Hamburg, beim Kasseler Dokfest und bei der Duisburger Filmwoche mit Preisen ausge­zeichnet. In Köln ist sie Mitbe­grün­derin der queer-feministischen Lese- und Talkreihe [OHNE PRONOMEN].
www​.suse​-itzel​.info