Pai Litzen­berger — Proteo­poesie, oder: In kleinsten Wellen

                                   
Eröff­nung: Do, 26.3.2026, 19 Uhr

Eröff­nung: Do, 26.3.2026, 19 Uhr
Laufzeit: 26.3. – 23.4.26

Eine Welt aus dichtem, zähflüs­sigem Wasser, fast unbeein­flusst von der Schwer­kraft. So lässt sich die Umgebung von Biomo­le­külen im Nanome­ter­be­reich  (1 mm = 1.000.000 nm) beschreiben. Mit Messge­räten haben wir Menschen einen Zugang zu dieser sonst unsicht­baren Sphäre geschaffen. Kleinste elektro­ma­gne­ti­sche Wellen, UV-Licht, Röntgen­strahlen und Elektronen ertasten moleku­lare Struk­turen. Sie generieren wissen­schaft­liche Bilder: verschlüs­selte, geister­hafte Muster. Simula­tionen des geneti­schen Codes.

Die Ausstel­lung “Proteo­poesie, oder: In kleinsten Wellen” verbindet trans­me­diale Instal­la­tion, Dichtung und Bio-Nanotechnologie. Ausgang ist das Gedicht “Fühlen nach Licht” von Pai Litzen­berger, das ausschließ­lich mit Buchstaben verfasst wurde, die Amino­säuren reprä­sen­tieren. Es reflek­tiert die sensu­elle Isola­tion eines DNA-Origami-Geistes, der sich wünscht, seine Umgebung wahrnehmen zu können. Das Gedicht dient als Code für ein fiktives De-Novo-Protein, das dem Geist das Empfinden von Licht ermög­li­chen soll.

In einer umfang­rei­chen künst­le­ri­schen Recherche hat sich Pai Litzen­berger Werkzeuge aus der natur­wis­sen­schaft­li­chen Forschung an Prote­inen und DNA angeeignet. Mit überwie­gend compu­ter­ba­sierten und teils KI-gestützten Programmen wurden so imagi­na­tive Kreaturen geschaffen. Aus DNA wird ein Geist, aus Protein ein Gedanke: fragil, temporär, transformativ. 

Ein großer Dank gilt Dr. Jan Gebauer (Univer­sität zu Köln), Dr. Clara Schoeder und Team (Univer­sität Leipzig) und Julia Hann und Mathis Janßen (Fraun­hofer ENAS, Techni­sche Univer­sität Chemnitz).

Pai Litzen­berger (er, sie, they) ist ein multi­dis­zi­plinär arbei­tender Künstler:in an der Schnitt­stelle von Kunst, Design und angewandten Wissen­schaften. In seinem Storytel­ling und Soft World-Building nutzt Pai Graphik, Skulptur, Sprache, Video und Sound als Bestand­teile trans­me­dialer Instal­la­tionen, Environ­ments und Perfor­mances. Pai Litzen­berger studierte an der Kunst­aka­demie Düssel­dorf und hat unter anderem auf der Ars electro­nica Linz (AU), WRO Art Center Breslau (PL) und Kunst im Tunnel Düssel­dorf (DE) ausge­stellt. 2024 hat Pai das Recher­che­sti­pen­dium der Stadt Köln erhalten.