Infor­ma­tionen für Künstler*innen während COVID-19

Gesam­melte Links

Liebe Künstler*innen, liebe Besucher*innen,

auch wir haben die Tür des Matjö geschlossen, sind aber weiterhin per Mail (info[at]matjoe.de) erreichbar! Hier möchten wir alle Infor­ma­tionen und Links, die für Künstler*innen in der aktuellen Situa­tion wichtig sein können, sammeln!

 


Sofort­hilfe für freischaf­fende Künstler*innen läuft anschei­nend aus

Die Sofort­hilfe läuft anschei­nend aus. Die Mittel des Sofort­pro­gramms seien ausge­schöpft, neue Anträge würden nicht mehr bearbeitet, so die Auskunft der Bezirks­re­gie­rung Köln in ihrer Antwort an eine Kölner Künst­lerin am 3.4.20. Aller­dings ist auf der Webseite des Minis­te­riums hiervon noch nichts zu lesen (Stand 6.4.20). Lesen Sie auch dazu: https://​www​.kulturrat​-nrw​.de/​c​o​r​o​n​a​-​k​r​i​s​e​-​n​r​w​-​f​o​e​r​d​e​r​k​o​n​z​e​p​t​-​i​n​-​g​e​f​a​h​r​-update-04 – 04-20/

Mit der Sofort­hilfe in Höhe von zunächst fünf Millionen Euro unter­stützte die Landes­re­gie­rung NRW freischaf­fende, profes­sio­nelle Künstler*innen, die durch die Absage von Engage­ments in finan­zi­elle Engpässe gerieten. Eine existenz­si­chernde Einmal­zah­lung in Höhe von bis zu 2.000 Euro wurde angeboten. Die Sofort­hilfe konnte mittels eines einfa­chen Formu­lars bei den zustän­digen Bezirks­re­gie­rungen beantragt werden und musste später nicht zurück­ge­zahlt werden.

Weitere Infos hier auf der Website des Minis­te­riums für Kultur und Wissen­schaft oder hier als PDF.

Den Antrag zum Download finden Sie hier.


Aktua­li­sierte Infor­ma­tionen (6.4.20)

  • Erleich­te­rung bei der Grund­si­che­rung: Bei Anträgen zur Grund­si­che­rung zwischen März und Juni für sechs Monate erfolgt keine Vermö­gens­prü­fung und angemes­sene Vermögen (wahrschein­lich 60.000 € für den/die Antragsteller*in, plus 30.000 € pro weiteres Haushalts­mit­glied) werden nicht angerechnet, Miet- und Heizkosten für die Wohnung werden für Erstantragsteller*innen aufgrund der Corona-Krise in voller Höhe übernommen. Sollten Sie sich in einer akuten Notlage befinden, ist die örtliche Stelle der Bundes­agentur für Arbeit der Ansprech­partner. Warten Sie nicht auf den Notfall­fonds auf Bundes- Landes- oder sonstiger Ebene, sondern wenden Sie sich an die zustän­digen Stellen vor Ort. Weitere Infos auf der Website der Arbeits­agentur.
  • Um den Schaden für Solo-Selbstständige und Kleinst­un­ter­nehmen in Folge der Corona-Krise abzufe­dern, haben der Bund und das Land NRW ein Sofort­hil­fe­pro­gramm, die NRW-Soforthilfe 2020, aufge­legt. Die Landes­re­gie­rung hat beschlossen, das Angebot des Bundes 1:1 an die Zielgruppen weiter­zu­rei­chen und dabei zusätz­lich den Kreis der angespro­chenen Unter­nehmen noch um die Gruppe der Unter­nehmen mit bis zu 50 Beschäf­tigten zu erwei­tern. Die ursprüng­liche NRW-Soforthilfe bot an, dass man sich aus dem Erwirt­schaf­teten selbst ein Gehalt zahlen kann. Seit dem 1. April ist das leider vorbei, mehr dazu unter https://​www​.kulturrat​-nrw​.de/​c​o​r​o​n​a​-​k​r​i​s​e​-​n​r​w​-​f​o​e​r​d​e​r​k​o​n​z​e​p​t​-​i​n​-​g​e​f​a​h​r​-update-04 – 04-20/ 
    • Wer wird geför­dert? Anträge können von gewerb­li­chen und gemein­nüt­zigen Unter­nehmen, Solo-Selbstständigen und von Angehö­rigen der Freien Berufe, einschließ­lich Künstler/innen, mit bis zu 50 Beschäf­tigten (umgerechnet auf Vollzeit­kräfte) gestellt werden, die im Haupt­er­werb
      • wirtschaft­lich und damit dauer­haft am Markt als Unternehmen/Freiberufler/Selbstständige tätig sind,
      • ihren Haupt­sitz in Nordrhein-Westfalen haben und
      • ihre Waren oder Dienst­leis­tungen bereits vor dem 1. Dezember 2019 am Markt angeboten haben.
      • Was wird geför­dert? Die Unter­nehmen sollen bei der Siche­rung ihrer wirtschaft­li­chen Existenz und Überbrü­ckung von akuten Finan­zie­rungs­eng­pässen, u.a. für laufende Betriebs­kosten wie Mieten, Kredite für Betriebs­räume, Leasing­raten u.ä., sowie dem Erhalt von Arbeits­plätzen durch einen Zuschuss unter­stützt werden. (Zur Reduzie­rung von Perso­nal­kosten gibt es das Kurzar­bei­ter­geld.)
         Voraus­set­zung: erheb­liche Finan­zie­rungs­eng­pässe und wirtschaft­liche Schwie­rig­keiten in Folge von Corona. Dies wird angenommen, wenn– mehr als die Hälfte der Aufträge aus der Zeit vor dem 1. März durch die Corona-Krise wegge­fallen ist (d.h. sich das Volumen des Auftrags­be­standes mehr als halbiert hat)
      • oder die Umsätze gegen­über dem Vorjah­res­monat mehr als halbiert sind (für einen noch im März gestellten Antrag werden die Umsätze im Monat März 2020 gegen­über dem Monat März 2019 zugrunde gelegt. Wird der Antrag im April 2020 gestellt, ist der Vergleichs­monat April 2019. Kann der Vorjah­res­monat nicht heran­ge­zogen werden (z.B. bei Gründungen), gilt der Vormonat.
      • oder die Möglich­keiten den Umsatz zu erzielen durch eine behörd­liche Auflage im Zusam­men­hang mit der COVID-19 Pandemie massiv einge­schränkt wurden
      • oder die vorhan­denen Mittel nicht ausrei­chen, um die kurzfris­tigen Verbind­lich­keiten des Unter­neh­mens (bspw. Mieten, Kredite für Betriebs­räume, Leasing­raten) zu zahlen (= Finan­zie­rungs­eng­pass)
      • "Soloselb­stän­dige im Haupt­er­werb beziehen ihren Lebens­un­ter­halt aus ihrer selbst­stän­digen Tätig­keit und müssen daher auch ihr eigenes Gehalt erwirt­schaften, um ihren Lebens­un­ter­halt zu  bestreiten. Sofern der Finan­zie­rungs­eng­pass beim Soloselbst­stän­digen im Haupt­er­werb dazu führt, dass er sein regel­mä­ßiges Gehalt nicht mehr erwirt­schaften kann, dient die Sofort­hilfe auch dazu, das eigene Gehalt und somit den Lebens­un­ter­halt zu finan­zieren.“  Dieser Passus ist seit dem 1.4.20 mit Anpas­sung an die Bundes­richt­li­nien NICHT mehr gültig!!!  Die Verbände protes­tieren z.Zt. vehement für eine neue Anpas­sung an die Arbeits- und Lebens­be­din­gungen der bildenden Künstler*innen!!!
      • Der Antrag­steller muss versi­chern, dass der Finan­zie­rungs­eng­pass nicht bereits vor dem 1. März bestanden hat. Der Antrag­steller muss zusätz­lich erklären, dass es sich bei dem Unter­nehmen zum Stichtag 31. Dezember 2019 nicht um ein "Unter­nehmen in Schwie­rig­keiten" handelte.Informationen zu den Voraus­set­zungen, die erfüllt werden müssen, sowie den Antrag gibt es hier.

Was können selbstän­dige Künstler*innen noch tun?

• In der Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung versi­cherte Künstler*innen sollten jetzt, wenn sie absehen können, dass sie das im Voraus gemel­dete Einkommen nicht errei­chen, direkt eine neue Einkom­mens­schät­zung an Künst­ler­so­zi­al­kasse senden. Die Künst­ler­so­zi­al­kasse hält hierfür eine Reihe an Formu­laren bereit.

• Sinnvoll kann auch die Beantra­gung auf Herab­set­zung der Steuer­vor­aus­zah­lungen bei ihrem Finanzamt sein. Eine Anlei­tung dazu findet sich hier: https://​www​.finanz​ver​wal​tung​.nrw​.de/​d​e​/​s​t​e​u​e​r​e​r​l​e​i​c​h​t​e​r​u​n​g​e​n​-​a​u​f​g​r​u​n​d​-​d​e​r​-​a​u​s​w​i​r​k​u​n​g​e​n​-​d​e​s​-​c​oronavirus

Darüber hinaus besteht die Möglich­keit die Frist­ver­län­ge­rung zur Abgabe der Jahres­steu­er­erklä­rung, die Frist­ver­län­ge­rung für die Nachrei­chung von angefor­derten Unter­lagen und Belegen oder den Antrag auf Erlass festge­setzter Verspä­tungs­zu­schläge bei (rückwir­kender) Frist­ver­län­ge­rung zu beantragen.

• Und ganz wichtig: Dokumen­tieren Sie Ihre Einnah­me­aus­fälle.


Weitere Infor­ma­tionen

Aktuelle Hinweise der Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung KSK
Hinweise der VG Bild-Kunst zu Corona
Weitere aktuelle Infor­ma­tionen (Tolle Zusam­men­stel­lung!)
Der BBK Bundes­ver­band stellt alles Wissens­werte auf seiner Homepage zur Verfü­gung, z.B. auch eine Hilfe zur Dokumen­ta­tion von Einnah­me­aus­fällen!

Ver.di: FAQ für Solo-Selbständige

 


Etwas off-Topic, aber dennoch relevant:

Umfrage des BBK Bundes­ver­bandes 

Umfrage zur wirtschaft­li­chen und sozialen Situa­tion Bildender Künst­le­rinnen und Künstler gestartet. Erneut erhebt der BBK Bundes­ver­band umfas­send Daten, die  für eine wirksame Inter­es­sen­ver­tre­tung gebraucht werden. Das wird in Zeiten von existenz­be­dro­henden Einbußen in der aktuellen Corona-Pandemie noch deutli­cher. Wir bitten Euch daher herzlich um Betei­li­gung!  Die Fragen können online beant­wortet werden https://​umfrage​.bbk​-bundes​ver​band​.de oder mit der angehängten PDF beant­wortet werden. Diese dann bitte mit dem Betreff „Antwort Umfrage“ an info@​bbk-​bundesverband.​de zurück­senden.

Danke!


 

Schicken Sie uns gerne weitere Links, die hier ihrer Meinung nach fehlen!

Viel Kraft und bis hoffent­lich bald,

Euer Team des Matjö