Ross Downes – IT IS WHAT IT DOES

AIC ON 15.6.+16.6.2017 Laufzeit 15.6. – 07.7.2018

Ross Downes hat für Matjö eine Raumsi­tua­tion entworfen, die neben seiner Ausstel­lung von aktuellen Plakat­ar­beiten eine Bühne für unter­schied­liche Perfor­mances aus dem Bereich der elektro­ni­schen Musik bietet.

Sound + Drinks in der Ausstel­lung IT IS WHAT IT DOES von Ross Downes
Einlass jeweils 19 Uhr, Beginn 20 Uhr

15.06 Vernis­sage mit Sølyst (Thomas Klein von Kreidler)
www​.sound​cloud​.com/s-lyst
23.06 Pony www​.ponydu​es​sel​dorf​.bandcamp​.com/releases
30.06 Ponds­kater www​.ponds​kater​-music​.bandcamp​.com/
07.07 Wörc Musik­video

Bei seinen Plakaten nutzt Downes das situa­tio­nis­ti­sche Prinzip der Zweck­ent­frem­dung (Détour­ne­ment), um bestehende Bilder­welten zu unter­graben – mit dem Ziel, sowohl ihre spezi­fi­schen Inhalte als auch ihre allge­meine Erschei­nung zu bewerten. In diesem Fall wird Werbung für ameri­ka­ni­sche Mainstream‐Science‐Fiction‐Filme, die allego­risch von Ungleich­heit und Klassen­un­ter­schieden handeln, in einem forma­lis­ti­schen Spiel rekon­tex­tua­li­siert. Den Plakaten wird ihre beabsich­tigte Funktion als kommer­zi­elle Werbe­an­zeige entrissen, indem bewusst der gesamte Text verdeckt wird. Das Ergebnis ist die Übertra­gung der Bilder in ein forma­lis­ti­sches Spiel, bei dem auf merkwür­dige Weise die Abstrak­tion vergan­gener sozia­lis­ti­scher Kunst­tra­di­tionen in Erschei­nung tritt. Dies führt zu einer wider­sprüch­li­chen „geschmack­vollen“ Zerstö­rung, bei der Begriffe wie Authen­ti­zität, Kommerz, Idealismus und die Position politi­scher Kunst in Betracht gezogen werden. Die Plakate dienen als Unter­ma­lung und benötigen einen neuen Sound­track, den sie bei einer Reihe von elektro­ni­schen Konzerten erhalten, die in der Galerie im Zeitraum der Ausstel­lung statt­finden werden. Der Kunst­raum wird durch die musika­li­schen Darbie­tungen in einen sozialen Veranstaltungs‐ und Begeg­nungs­raum verwan­delt. Den Anfang macht bei der Eröff­nung am 15. Juni der Musiker Sølyst. Thomas Klein ist behilf­lich bei der Koordi­na­tion der Musikacts, die sich auch aus der lokalen Musik­szene rekru­tieren. Kommen, schauen, zuhören, trinken!

Bei Ross Downes steht der soziale Kommentar im Vorder­grund. Eine subjek­tive Ausein­an­der­set­zung mit aktuellen Ereig­nissen und Erschei­nungen, die für unsere Zeit relevant sind. Begriffe wie Klasse, soziale Struk­turen, die histo­ri­sche Linke, subkul­tu­relle Identität, sozia­lis­ti­sche Kultur­be­we­gungen, Infogra­fik­de­sign, Satire und Unsinn wirken allesamt als Einfluss. Auch die Materia­lien selbst spiegeln diese ideolo­gi­sche Ausrich­tung wider. Es wird eine Art Post‐Arte‐Povera‐Ansatz verwendet, bei dem gängige Materia­lien genutzt werden, um Inhalte zu artiku­lieren, von denen die Form/das Medium oftmals selbst schon durch­drungen ist. Diese semio­ti­schen „Spiele“ sind ein geläu­figes Merkmal, das neben expli­ziter Kriti­ka­lität auch durch ein enthül­lendes und forma­lis­ti­sches Vergnügen definiert wird.

Ross Downes studierte am Edinburgh College of Art und Golds­miths London. Er ist regel­mäßig als Kurator tätig und zudem einer der Geschäfts­führer des Platten­la­bels Trestle Records.

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Ross’s poster works utilise the Situa­tio­nist tool of detour­ne­ment to subvert existing imagery in order to criti­cally appraise both its content speci­fi­cally and pheno­mena generally. In this instance a forma­list game recon­tex­tua­lises adver­ti­se­ments for American mainstream Science Fiction films that have plots dealing allego­ri­cally with inequa­lity and the class divide. The posters are forced away from their intended function, to perform as commer­cial adver­ti­se­ments, by purpo­se­fully obscu­ring all text. The result is to shift the images into a forma­list game where the abstrac­tion of past Socia­list artistic schools awkwardly emerges. A conflic­ting ‘tasteful’ destruc­tion arises that consi­ders notions of authen­ti­city, commerce, idealism and the position of political art.

These posters will act as accom­p­ani­ments, posters needing a new sound­track, to a series of electronic gigs that will be hosted in the gallery throughout the show's duration. The space will be trans­formed into a venue and social environ­ment with the invited music perfor­mances commen­cing with Sølyst on the 15th June during the opening. The acts are being coordi­nated with the assis­tance of Thomas Klein, featuring musicians from the local scene. Please come, look, listen, drink.

Ross Downes’s primary objec­tive is social commen­tary. A subjec­tive treat­ment of current affairs and pheno­mena relevant to the time we’re experi­en­cing. Notions of class, social struc­tures, the historic left, subcul­tural identity, socia­list cultural movements, info graphic design, satire and absur­dism all feature as influ­ences.

The materials themselves also reflect this ideolo­gical bias. A kind of post –Povera approach is employed, where common materials are used to articu­late content that the form/medium itself is often imbued with. These semiotic ‘games’ are a common feature where there is a reveal and forma­list pleasure along­side explicit criti­ca­lity.

Ross Downes Studied at the Edinburgh College Of Art and Golds­miths London. He regularly curates and is also co director of the record label Trestle Records.   

 

www​.rossdownes​.co​.uk/
www​.trest​lerec​.com
www​.sound​cloud​.com/​r​o​ssdownestr